Ich und die Meinen

Ich und die Meinen

Herzlich willkommen!

So, das bin ich! Ich bin Kurt Palfi. Ich habe mir gedacht, jetzt muss mal ein neues Foto her. Leider hat Onkelchen ein Nacktfoto von mir hochgeladen. Aber ich sehe doch noch recht proper aus!
Wir (das sind ich, mein missratener Sohn Gianni Dona und Onkelchen, der alles für uns tippt) lästern in diesem Blog über alles, was gerade anfällt: Fußball, Politik, Film und Fernsehen, alles Mögliche. Viel Spaß!

Mittwoch, 30. Juni 2010

WM-Blog: Warum Deutschland gegen Argentinien gewinnt - oder auch nicht.

Ein Streitgespräch der anderen Art.

Tja – wir haben ein paar Tage nichts von uns hören lassen, weil wir noch so geplättet vom letzten Spiel der deutschen Mannschaft waren. Das hat unsere Prognosen total über den Haufen geworfen. Onkelchens Geburtstag, der 27. Juni, bleibt also auf ewig mit einem historischen Debakel verbunden – allerdings auf der englischen Seite. Mann, das war ein Spiel, das wirklich alles hatte inklusive eines glasklaren Tores für die Engländer, das nicht gegeben wurde. Damit ist unsere allzu durchsichtige Absicht, ein Vorrunden- beziehungsweise Achtelfinal-Aus der deutschen Mannschaft herbeizuschreiben, um dann durch öffentlichen Druck Peter Neururer als Bundestrainer zu installieren, so was von in die Hose gegangen, und wir müssen uns damit auseinandersetzen, dass sich die deutsche Mannschaft – sofern sie Argentinien schlagen sollte – zu einem echten Titelfavoriten mausert. Was sagt ihr dazu?

Gianni Dona: Argentinien wird gewinnen und schließlich den Weltmeistertitel holen. Diego macht das schon. Ich spüre das.

Argentinien und Deutschland trafen vor vier Jahren schon einmal im WM-Viertelfinale aufeinander, damals gab es ein 1:1 und anschließend Elfmeterschießen, das Deutschland für dich entschied. Wird es diesmal ähnlich laufen?

Onkelchen: Naja, diese WM hat ja schon so viele Prognosen Lügen gestraft – zum Beispiel war ich nach den ersten zwei Unentschieden immer noch felsenfest davon überzeugt, das Italien ein Topfavorit auf den Titel sei. Falsch gedacht. Wenn wir uns dieser Frage nähern, dann möchte ich hier einen ketzerischen Gedanken loswerden. Ich bin davon überzeugt, dass Deutschland vor vier Jahren nur dank des Heimvorteils und dank einer unglücklichen Auswechslung des argentinischen Trainers Pekerman, der Riquelme herausgenommen hat, weitergekommen ist.

Gianni Dona: Das sehe ich auch so.

Onkelchen: Maradona ist als Trainer zwar eher als Dilettant einzustufen, aber diesen Fehler wird er nicht machen. Er wird zum Beispiel Messi nicht vom Feld nehmen, solange die Partie nicht wirklich entschieden ist – es sei denn, Messi verletzt sich.

Gianni Dona: Einspruch: Diego ist der größte Trainer aller Zeiten!

Onkelchen: Danke für diesen Einwurf. Bleiben wir doch sachlich – Deutschland hat diesmal keinen Heimvorteil und selbst der Trainer-Anfänger Diego wird diesen eklatanten Fehler seines Vor-Vorgängers Pekerman nicht machen. Dennoch hat Deutschland Chancen, denn ich denke, Argentinien steht unter einem größeren Druck als die Deutschen – und die Deutschen sind besser als vor vier Jahren, vor allem spielerisch. Argentinien dagegen hat ohne Zweifel die beste Offensive aller WM-Teilnehmer, aber die Hintermannschaft ist wacklig.

Gianni Dona: Das trifft auch auf die deutsche Mannschaft zu. Wenn man sich ansieht, welche Schnitzer sich Per Mertesacker geleistet hat…

Onkelchen: Kein Widerspruch – aber Demichelis war auch nicht immer so sattelfest, wie man es sich bei einem WM-Aspiranten wünscht. Vor vier Jahren war das Verhältnis Abwehr zu Angriff bei den Argentiniern ausgeglichener. Meine ich zumindest. In den bisherigen vier Spielen wurden die Argentinier hinten nicht unbedingt so stark gefordert, weil die Gegner nicht so sehr stark waren und weil sie ohnehin ihr Heil im Angriff gesucht haben. Die deutschen Gegner waren schwerer – das sieht man schon daran, dass beide Mannschaften, die aus der Gruppe D ins Achtelfinale aufgestiegen sind, sich noch im Wettbewerb befinden. Deutschland und Ghana sind noch dabei.

Gianni Dona: Das mag stimmen, aber sagt über das Spiel der Deutschen gegen die Argentinier wenig aus.

Onkelchen: Klar, jedes Spiel hat seine eigenen Gesetze – fünf Euro fürs Phrasenschwein – aber was ich sagen will, ist, dass Deutschland mit der Empfehlung kommt, schon einen ganz großen Namen des Weltfußballs weggehauen zu haben. Klar und simpel weggehauen. 4-1, OK, zählen wir das nicht gegebene Tor, dann ist es ein 4-2. Ich denke, das hat die Argentinier und Diego schon ein bisschen zum Grübeln gebracht. Für mich ist Deutschland leichter Außenseiter, wenn ich die Chancen der Mannschaft beziffern wollte, würde ich sagen: 45 zu 55, aber Deutschland ist beileibe nicht chancenlos. Damit Deutschland gewinnen kann, muss natürlich eine Menge passieren. Man muss sich eine Lösung einfallen lassen, wie man die Kreise von Messi auf möglichst faire Weise stören kann. Und Argentinien ist ja auch nicht nur Messi, die Stürmer wie Higuain, Tevez und Milito sind international erste Sahne. Es könnte passieren, dass Deutschland in Rückstand gerät, aber die deutsche Mannschaft ist damit auch schon im Serbien-Spiel sehr gut umgegangen. Andererseits hatte Mexiko im Achtelfinale gegen Argentinien durchaus Chancen, bis dann eben das irreguläre Tor fiel. Es ist den Mexikanern nicht gelungen, Profit aus den vorhandenen Chancen zu schlagen. Das muss die deutsche Mannschaft besser machen, dann hat sie eine reelle Chance.

Gianni Dona: Diese Rumpeltruppe?

Onkelchen: Naja, selbst Du als Wiedergeburt des argentinischen Fußballgenies, das aber noch lebt und derzeit die argentinische Nationalmannschaft trainiert, musst zugeben, dass 95 Prozent aller Spiele Rumpelfußball sind – ich bevorzuge den Ausdruck Gebolze. Irgendjemand haut den Ball nach vorne, in der Hoffnung, dass jemand ihn erläuft. Argentinien wird einige Fehler nicht machen, die den Engländern passiert sind, man muss sich da das 1-0 durch Klose anschauen, das war wirklich zum Piepen. Aber andererseits: Wenn Klose körperlich und mental fit ist, kann er einer der tödlichsten Stürmer sein, die es auf dem Globus gibt. Bastian Schweinsteiger ist wirklich in eine Führungsrolle hineingewachsen, die man dem einstigen Bruder Leichtfuß noch vor einem Jahr nicht zugetraut hätte. Mesut Özil ist ein echter Spielmacher – er ist kein Messi, dazu fehlt ihm international oft (noch!) die Torgefährlichkeit. Und Thomas Müller trägt seinen Namen und die 13 völlig zu Recht. Diese Leute sind in dieser WM so extrem mit ihren Aufgaben gewachsen, wie man sich es überhaupt nicht erhoffen konnte. Deshalb bin ich mir sicher, dass sie auch gegen Argentinien bestehen können und eine Chance haben. Einen Tipp traue ich mir nicht abzugeben – Argentinien ist aus meiner Sicht Favorit, aber die Deutschen werden auch ihre Chance haben. Ach was, jetzt tippe ich doch. 2-1 für Deutschland. Und wenn Deutschland weiterkommt, dann kommen sie auch ins Finale.

Gianni Dona: Ich sage 3-1 für Argentinien. Diego „D10s“ wird Weltmeister!

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