Ich und die Meinen

Ich und die Meinen

Herzlich willkommen!

So, das bin ich! Ich bin Kurt Palfi. Ich habe mir gedacht, jetzt muss mal ein neues Foto her. Leider hat Onkelchen ein Nacktfoto von mir hochgeladen. Aber ich sehe doch noch recht proper aus!
Wir (das sind ich, mein missratener Sohn Gianni Dona und Onkelchen, der alles für uns tippt) lästern in diesem Blog über alles, was gerade anfällt: Fußball, Politik, Film und Fernsehen, alles Mögliche. Viel Spaß!

Donnerstag, 15. März 2012

Die vierte Walküre von links, bitte!

An dieser Stelle muss auf eine geheime Leidenschaft von Onkelchen eingegangen werden, die wir bisher noch nicht diskutiert hatten. Onkelchen ist nämlich Wagner-Fan. Fan von Wagner-Opern, um es genau zu sagen. Er liebt es, wenn Heldentenöre mit Todesverachtung ihre Noten ins Publikum schmettern und gut gebaute Walküren die verstorbenen Krieger nach Walhall schleppen und dabei noch singen.

Das ist ja durchaus etwas ungewöhnlich für jemanden, der sich selbst als Nerd bezeichnet. Aber Onkelchen wird nicht müde zu betonen, dass zum Beispiel in John Williams‘ Soundtrack zu Star Wars die Musik des Hauskomponisten von Ludwig II. in reinster Form mitschwinge und die Harry-Potter-Titelmelodie ja auch nur ein Abklatsch der Feuerzauber-Musik sei, die das Finale der Walküre bildet. Und Luke Skywalker sei eigentlich auch nur ein Aufguss des Parsifal, komplett inklusive mythischer Obertöne.

Würde der böse Zauberer Klingsor im zweiten Akt bedeutungsschwer „Ich bin dein Vater“ murmeln, dann wären die Parallelen komplett. Das wäre doch mal eine Anregung für kreative Opernregisseure: Nämlich den Klingsor mitten in der Konfrontation zu Parsifal „Ich bin dein Vater“ sagen zu lassen. Aber leider, leider folgen die Regisseure immer noch den ausgetretenen Pfaden des sogenannten Regietheaters, noch immer ist die Dekonstruktion der Wirklichkeit und des eigentlichen Inhalts eines Stückes an der Tagesordnung, und noch immer hat keiner gemerkt, dass die Dekonstruktion schon so weit fortgeschritten ist, dass nur noch szenische Versatzstücke auf den Bühnen hin und hergeschoben werden, aus denen sich dann der Betrachter und Zuhörer selber so etwas wie einen Sinn oder eine Bedeutung zusammensetzen muss.

Gerade Wagnerianer sind da ja einiges gewöhnt. Die Tatsache, dass Wagner posthum quasi zum Hofkomponisten des Dritten Reiches ernannt wurde, führte dazu, dass das deutsche Opernpublikum seit Jahrzehnten keine – sagen wir mal – werkgerechte Inszenierung Wagnerscher Opern mehr zu sehen bekommt. Wieland Wagner prägte das Neu-Bayreuth der Nachkriegsjahre mit minimalistischem Kulissen- und Requisiteneinsatz und höchster Abstraktion. Das war damals neu und unerhört, aber half, den Blick und das Ohr für das Wesentliche zu schärfen. Dann kam der sogenannte Jahrhundert-Ring, in dem Wotan zum spießig-despotischen Familienvater und tyrannischen Firmenchef degradiert wurde. Walhall wurde zu einer Art Kläranlage umgewidmet. Auch diese Version ging noch, weil sie den Fokus auf den antikapitalistischen Impetus richtete, der dem Wagnerschen Werk innewohnt. Seitdem sind die meisten Umsetzungen aber meist laue Aufgüsse des Jahrhundert-Rings von 1976, Selbstparodien oder schlichtweg unverständlich. Gerne möchte man das gesetzte Wagner-Publikum schocken und provozieren. Dabei wäre aus heutiger Sicht keine größere Provokation denkbar als ein „Ring des Nibelungen“, der in „Herr der Ringe“-Optik daherkommt. Denn auch Tolkien bediente sich reichlich aus dem Mythenschatz nordischer Sagen – der Ring, das zerbrochene Schwert, das neu geschmiedet wird, Drachen, Zwerge, furchtlose Schildmaiden, um nur einige zu nennen. Es wäre an der Zeit, Peter Jackson mit der Regie des „Rings“ in Bayreuth zu beauftragen, sobald er seine beiden „Hobbit“-Teile abgedreht hat.

Bis dahin muss sich die Wagner-Gemeinde, zu denen ja nicht nur peripher Durchgeknallte wie Onkelchen, sondern auch sehr angesehene Persönlichkeiten wie Klaus von Dohnanyi zählen (Onkelchen sich ist ziemlich sicher, dass er den früheren Ersten Bürgermeister der Hansestadt Hamburg im Opernpublikum der gestrigen Walküre in München gesehen hat), mit zweifelhaften Regie-Einfällen auseinandersetzen wie zum Beispiel der stampfenden Quasi-Tanznummer, die dem „Walkürenritt“ zu Beginn des dritten Aktes vorgeschaltet wurde. Man muss sich das so vorstellen, dass etwa ein Dutzend Mädels, die so aussahen, als seien sie in der Vorrunde von Heidi Klums Model-Show hängengeblieben, einen Stampftanz aufführten, der sehr an Ruslanas Grand-Prix-Siegertitel „Wild Dances“ aus dem Jahr 2004 erinnerte. Die Mädels waren zwar allesamt von sehr angenehmer Erscheinung, da kann man nichts sagen, aber das Publikum wollte nun halt den „Walkürenritt“ hören, das ist ja das bekannteste Stück, deswegen war man ja auch hergekommen. Da gab es Buhrufe! Auch von der distinguiert gekleideten mittelalten Dame, die links neben Onkelchen saß. Die buhte, als sei sie auf dem Fußballplatz. Und neben ihr saß Onkelchen in einem etwas abgeschlabberten schwarzen Polohemd und fragte sich, ob er die Dame nicht flüsternderweise auffordern sollte, doch die Contenance zu bewahren.

Dann kam aber doch der „Walkürenritt“, und Onkelchen verlor kurz sein Herz an die vierte Walküre von links, die als erste an die Rampe trat und fröhlich ihr „Hojotoho“ schmetterte. Gerhilde hieß diese vierte Walküre von links, und sie war eine Walküre, wie sie im Buche stand. Das angedeutete Kettenhemd, das sie unter einem alten Militärmantel trug, vermochte ihre schwellenden Formen kaum zu bändigen. Wie gesagt, Onkelchen verlor sein Herz nur kurz an diese Dame, denn sie verlor sich alsbald im Gewühl komplizierter Laufwege auf der Bühne, bei denen es darum ging, die delinquent gewordene Walkürenschwester Brünnhilde vor den Blicken ihres zürnenden Vaters Wotan zu verbergen. Nun, diese Gerhilde hätte nicht dafür nur ausgereicht, dass sich Brünnhilde hinter ihr hätte verstecken können, Wotan hätte auch einen ziemlichen Umweg nehmen müssen, um an ihr vorbeizukommen. Das hätte Brünnhilde im Falle einer Flucht schon einen ordentlichen Vorsprung verschafft.

Gesanglich war die „Walküre“ top – insbesondere der Wotan-Darsteller verrichtete Schwerstarbeit, Klaus Florian Vogt als Siegmund gelang es, als Heldentenor nicht zu knödeln – eine starke Leistung. Da merkt man halt den Unterschied zu Onkelchens Gesangseinlagen unter der Dusche! Anja Kampe spielte stimmlich wunderbar eine schwer traumatisierte Sieglinde. Bei einem gewalttätigen Typen wie Hunding als Ehemann ist es kein Wunder, wenn man ein solches Trauma davonträgt. Trotzdem bleibt die Frage, warum Hunding in seinem Haus zu Beginn der Oper ein gutes Dutzend junger Mädchen beherbergte. Leitete Sieglinde tagsüber ein illegales Day-Care-Center wie die Mutter von Bernadette Rostenkowski? (Nur Fans der Big Bang Theory wissen, wovon ich spreche!) Und im Hintergrund wurden immer Leichen einbandagiert. War Hunding im Nebenberuf Bestattungsunternehmer? Lauter offene Fragen.

Insgesamt also ein höchst vergnüglicher und anregender Abend – Onkelchen fand es nur schade, dass er die vierte Walküre von links hinterher nicht noch auf ein Bier einladen konnte. Aber dann hätte ihm sicherlich seine Fricka – Verzeihung: Tante Dilein – die Hölle heiß gemacht. Und dann hätte er sich hinter der vierten Walküre von links verstecken müssen. Aber Tante Dilein hätte ihn dann sicher entdeckt – denn so breit war die vierte Walküre von links nun auch wieder nicht!

Sonntag, 11. März 2012

Onkelchen steigt ins Filmgeschäft ein!



Das hat es noch nicht gegeben! Onkelchen hat einen Dokumentarfilm über das Gospel-Konzertprojekt gemacht, das vergangene Woche in Westhausen stattfand! Hier ist der Trailer, der schon sehr viel Lust auf das endgültige Projekt macht! Aber wie ich Onkelchen kenne, könnte der Trailer auch das einzige Werk sein, das jemals auf die Leinwand oder die Bildschirme kommt...