Ich und die Meinen

Ich und die Meinen

Herzlich willkommen!

So, das bin ich! Ich bin Kurt Palfi. Ich habe mir gedacht, jetzt muss mal ein neues Foto her. Leider hat Onkelchen ein Nacktfoto von mir hochgeladen. Aber ich sehe doch noch recht proper aus!
Wir (das sind ich, mein missratener Sohn Gianni Dona und Onkelchen, der alles für uns tippt) lästern in diesem Blog über alles, was gerade anfällt: Fußball, Politik, Film und Fernsehen, alles Mögliche. Viel Spaß!

Freitag, 25. Mai 2012

Kurt Palfi garantiert Stil und Qualität!

Auch wenn dieser Blog noch nicht zu den meistfrequentierten Anlaufstellen im Web zählt, sind ich und mein Onkelchen stets bemüht, unseren verstreuten Lesern in unseren Elaboraten die höchste Qualität und den besten Stil zukommen zu lassen.

Und hierfür wurde jetzt auch der unwiderlegbare Beweis geführt! Auf der Website der hochwohllöblichen F.A.Z. wurde ein kleines Tool namens "Ich schreibe wie..." veröffentlicht. Dort kann man eine Textprobe eingeben, und die Textprobe wird dann auf ihren Stil analysiert. Und - pfft! - kommt dann heraus, welchem großen oder kleineren deutschsprachigen Schriftsteller der Stil am ehesten entspricht.

Onkelchen hat da natürlich gleich zwei Textproben eingereicht, zum einen den Beitrag "Die vierte Walküre von links, bitte!" Und dies war das Ergebnis:


Nicht ganz schlecht, oder? Und dann hat er den Test wiederholt, nämlich mit dem Text zum Hunger-Games-Update. Und dieses wurde folgendermaßen bewertet:

Dafür muss man sich auch nicht schämen. Daher gilt jederzeit: Kurt Palfi bietet Stil und Qualität. Und das sagt auch die F.A.Z.!

Sonntag, 20. Mai 2012

Fish & Chips statt Münchner Weißwurst - und was das für die EM bedeutet

Tja, seit dem Champions League-Finale sind jetzt ein paar Stunden vergangen, das "Traumfinale dahoam" hat sich als Alptraum entpuppt und wir sind hier alle ziemlich ratlos. Grund genug, das Ganze mal mit Onkelchen zu diskutieren. Onkelchen, hast Du dieses Ergebnis erwartet?

Im Leben nicht. Wie so viele hatte ich eigentlich gedacht: Finale im eigenen Stadion, ein spielerisch eher limitierter Gegner - was sollte da schiefgehen? Aber als ich gestern früh ein Paket in die örtliche Postagentur brachte, sah ich dort einen Knirps in einem AS Rom-Trikot von Francesco Totti. Und da musste ich instinktiv an das 1984er-Finale des Europacups der Landesmeister denken. Damals empfing der AS Rom im römischen Olympiastadion den FC Liverpool, nach der Verlängerung stand es unentschieden, die Sache ging ins Elfmeterschießen, und Liverpool gewann schließlich. Bruce Grobbelaar im Tor des FC Liverpool machte sich damals unsterblich, weil er die römischen Elfmeterschützen total entnervte, indem er immerzu Faxen machte. Der Gedanke daran ging mir dann den ganzen Tag nicht mehr aus dem Kopf. Und so ist es ja dann auch gekommen. Gut, Petr Cech im Tor des FC Chelsea hat keine Faxen gemacht, aber im entscheidenden Moment war er da! Sogar bei den Elfern, die trafen, hatte er die Hand dran oder zumindest die Ecke geahnt. Das war fast unheimlich. Petr Cech war ein ganz wichtiger Faktor beim Sieg des FC Chelsea.

Warum konnte der FC Bayern das Spiel nicht in der regulären Spielzeit oder doch in der Verlängerung entscheiden?

Carsten Jancker hat gestern im Vorfeld des Spiels etwas Wichtiges gesagt: Es kommt daran, den zu erwartende Ballbesitz in Torchancen umzumünzen. Das hat nicht oder zumindest nicht immer geklappt. das hat ganz klar damit zu tun, dass sich Chelsea ganz weit zurückgezogen hat und den Bayern praktisch das Feld überließ. Im Strafraum war dann alles vollgestellt. Und Mario Gomez hing drin wie eine Marionette, der man die Fäden abgeschnitten hat. Das war eines der Probleme: Gomez ist ein Stürmer, den man mit Zuspielen füttern muss. Es kam aber nicht viel zu ihm durch. Und bei den paar Chancen, die sich ihm boten, brachte er entweder den Ball nicht richtig unter Kontrolle oder irgendein Bein war dazwischen, das den Weg verstellte. Gomez hat für die Bayern in dieser Saison unglaublich viele wichtige Tore geschossen, aber ich frage mich, was passiert wäre, wenn an seiner Stelle Olic gespielt hätte, der auch ein paar Schritte mit dem Ball machen kann und eher der Typ des Strafraumwühlers ist.

Aber da gab es noch einige andere Probleme: Robbens verschossener Elfmeter in der Verlängerung, was wohl auch der Grund war, warum er zum Elfmeterschießen nicht antrat. Der Holländer entwickelte leider auch nie die Durchschlagskraft wie vor zwei Jahren bei der WM oder in dem legendären Viertelfinal-Rückspiel gegen Manchester United. Und dann befleißigten sich die Bayern leider einer beängstigenden Einfallslosigkeit bei Standardsituationen wie Ecken und Freistößen. Immer hoch rein - nie der Versuch, die Ecke auch mal kurz zu spielen. Ich habe auch vermisst, was Lahm im Halbfinalhinspiel gegen Madrid gemacht hat - nämlich bis fast zur Grundlinie durchzustoßen und dann quer zu Gomez zu spielen. Das führte ja dann zum entscheidenden Treffer. Robben und Lahm sind praktisch immer zum Strafraumeck eingebogen und haben dann meistens probiert, quer zu spielen. Da war dann halt immer volle Betriebsversammlung. Ribery hat es eher mal versucht, einen Pass in den Rücken der Abwehr anzusetzen. Auch Kroos konnte keine entscheidenden Akzente setzen. Und dann kommt Drogba einmal frei zum Kopfball und trifft..

Wo lagen denn die entscheidenden Probleme?

Ich glaube, das zentrale Problem war, dass Bayern mit Robben und Ribery starke Flügelleute hat, aber von den Flügeln ist das Tor eben ziemlich weit weg. Die Bälle in die Zentrale fanden meist nicht ihr Ziel. Und man muss auch respektieren, dass Chelsea, wie man so schön sagt, eine geschlossene Mannschaftsleistung geboten hat. Die haben abgewartet und das Maximale aus ihrer Chance gemacht. Das war ein Team, das wusste, dass sie nur noch diese einzige Möglichkeit haben, einen großen Titel zu holen. Es war ihre Zeit. Reife und Können waren bei Chelsea auf dem Höhepunkt. Letztlich waren sie abgezockter und sie hatten mit Petr Cech einen überragenden Torhüter.

Was bedeutet das jetzt für die EM?

Ich bin ja bekannt dafür, bei den Chancen der deutschen Elf eher negativ einzuschätzen. Manchmal sehe ich zu schwarz, aber diesmal kann man nicht schwarz genug sehen. Man muss sich das ja nur mal ansehen: Die halbe deutsche Nationalmannschaft war in dieses Spiel eingebunden - Neuer, Boateng, Lahm, Schweinsteiger, Kroos, Müller, Gomez. Kommt noch Badstuber hinzu, der gestern wegen einer Sperre nicht gespielt hat. Das Spiel war ungeheuer intensiv, alle (bis auf Badstuber) haben unglaublich viel Kraft gelassen, physisch wie mental. Die kommen nächste Woche übergangsfrei ins Trainingslager und müssen diese Niederlage erst noch aus dem System kriegen, um sich neu zu motivieren. Dann steht die schwerste Vorrundengruppe der EM an, vielleicht sogar der EM-Geschichte. Keine guten Aussichten. Ein Vorrunden-Aus ist eine realistische Option.

Das ist deine Standard-Prognose. Hast du nicht mehr zu bieten?

Naja, mich hat beeindruckt, dass Chelsea auf eine Weise gespielt und gewonnen hat, die man früher von deutschen Mannschaften kannte. Zweikampf- und kopfballstark, schnörkellos und schwer zu schlagen, immer gefährlich bei Ecken und Standardsituationen. Joachim Löw hat kürzlich in einem 11Freunde-Interview gesagt, es sei heute praktisch nicht mehr möglich, Titel zu gewinnen, ohne attraktiv zu spielen. Chelsea hat ihn widerlegt, aber so was von! Es kommt ja gerade auch im internationalen Fußball zu einer kleinen Renaissance der Manndeckung, für die Ästheten wie Löw offensichtlich ein "das geht ja gar nicht" übrig haben.

Ich bleibe bei meiner Prognose, dass man mit Löw als Trainer und mit seiner Philosophie der Schönspielerei maximal Halbfinalteilnahmen und zweite Plätze holen kann, aber keine Titel. Deutsche Mannschaften haben ja oft gerade deswegen Titel geholt, weil sie spielerisch stärkere und attraktiver spielende Teams neutralisiert haben - die WM 1974 und das Finale gegen die mit totalem Fußball auftretenden Niederländer war das beste Beispiel dafür. Natürlich ist es wichtig, Spielsituationen auf spielerische Weise lösen zu können. Aber ich sehe momentan im deutschen Kader keinen, der den Hammer auspacken kann, wenn man spielerisch nicht mehr weiter kommt. Auch in der 1972er-Mannschaft, die ja so oft als Vorbild herangezogen wird, stand ein Eisenfuß wie Horst-Dieter Höttges!

OK, du wirst jetzt sicher gleich sagen, dass Peter Neururer der Nachfolger von Löw werden sollte.

Ich habe keinen Grund, von dieser Meinung abzurücken. Neururer steht zum Beispiel im Ruf, exzessiv Standardsituationen und Ecken üben zu lassen. Da hatte unsere Nationalelf in letzter Zeit doch gewisse Defizite.

Noch was? Hat dich sonst noch was gestört?

Ich hab gestern natürlich auch auf Twitter die Kommentare zum Spiel verfolgt, wir leben ja im Zeitalter der sozialen Medien. Und dabei ist mir eines sauer aufgestoßen - und ich muss betonen, dass ich HSV-Fan bin, also mit den Bayern nicht unbedingt sympathisiere: Da hat eine junge Frau den FC Chelsea unterstützt - was an sich in Ordnung ist. Sie meinte, Chelsea hätte absolut verdient gewonnen. Man kann dieser Meinung sein, auch wenn ich sie nicht teile. Die Dame hat dann aber in einem späteren Tweet betont, dass sie natürlich die deutsche Nationalmannschaft unterstütze, wenn diese auflaufe.

Ja und?

Es sind doch dieselben Spieler! Wie gesagt: Neuer, Boateng, Lahm, Schweinsteiger, Kroos, Müller, Gomez plus Badstuber - das ist doch schon fast die komplette Nationalmannschaft. So richtig passt das nicht zusammen. Das ist kein Augenschmaus, sie an einem Tag leiden sehen zu wollen und an einem anderen Tag sollen die plötzlich gewinnen. Ziemlich schizophren.





Samstag, 5. Mai 2012

The Candice Night Palace Identification

Onkelchen hat die Gabe, seine Umwelt immer wieder zu verblüffen. Meistens wandelt er ja durch die Welt wie ein Vier- oder Achtkernprozessor im "Idle"-Modus. Die meisten Dinge, mit denen normale Menschen im Alltag zu tun haben, interessieren ihn gar nicht.

Dagegen beißt er sich manchmal an nachgerade abstrusen Problemen fest und gibt nicht eher Ruhe, bis er sie gelöst hat. Da ist er so wie die Charaktere Howard Wolowitz und Rajesh Koothrappali in der Folge "The Panty Piñata Polarization" der hier bereits mehrfach erwähnten und streckenweise sogar anbetungswürdigen TV-Serie "The Big Bang Theory".

In der Episode "The Panty Piñata Polarization", einem echten Meisterwerk der Hochkomik, geht es unter anderem darum, dass Howard und Rajesh herausfinden wollen, in welchem Haus im Großraum Los Angeles die Topmodel-Aspirantinnen der Show "America's next Topmodel" untergebracht sind. Dazu benutzen sie digitale Satellitenkarten und Google Street View. Howard leitet sogar eine unbemannte Aufklärungsdrohne des Pentagon um, um eine Luftbildaufnahme des Topmodel-Hauses zu bekommen.

Onkelchen hat vor kurzem etwas ganz Ähnliches angestellt. Nur ging es bei ihm nicht um schnöde Topmodels, sondern um ein Schloss, das in einem Musikvideo der bezaubernden Sängerin Candice Night vorkommt. Candice Night war auch mal Model, von da her ist eine gewisse Parallele der Handlung durchaus erkennbar.

Witzigerweise war Onkelchen vergangene Woche mit Tante Dilein abends im Theater (das Stück mit der Chorprobe). Und wie es manchmal so geht, hatten beide nach der Vorstellung noch Hunger. Nun gingen beide nicht in ein schickes Restaurant, sondern zu Burger King. Und wie es heute in Schnellrestauranrts so üblich ist, gab es dort Flachbildfernseher, die rauf und runter Musikvideos spielten.

In der Regel zeigen diese Musikvideos Teenie-Plastikpopsongs, bei denen verhungerte Sängerinnen klagende Weisen von sich geben (ein gutes Beispiel für das Genre ist Julia Sheers Coverversion von Taylor Swifts Lied "Safe & Sound"). Onkelchen war umso überraschter, als er mal auf den Bildschirm guckte und dabei Candice Night erspähte, die ein ebenso klagendes Lied von sich gab, in dem es laut Titel-Einblendung um irgendwelche schwarzen Rosen ging. Ein Großteil des Videos handelte davon, wie die auch nicht mehr ganz junge Dame versonnen und gedankenschwer eine Treppe herunterschreitet, an deren unterem Ende ein Mädel Geige spielt.



In einer Einstellung des Videos ist zudem ein Schloss zu sehen (so ungefähr bei 2:43), und Onkelchen hatte sofort den Geistesblitz, dass er dieses Schloss kannte, dass er dort schon mal gewesen war. Aber wo? Das Rätsel ließ ihn nicht los.

Zuhause schaute er sich das Video ein paarmal an. Er kramte in seinen Erinnerungen und stellte fest, dass es bei dem Schloss eine Greifvogelwarte oder so etwas Ähnliches gegeben hatte, wo Tante Dilein mit einer Geierfamilie Blutsbruderschaft geschlossen hatte. Den Rest konnte er sich dann ziemlich schnell ergoogeln. Es handelte sich um das Schloss Schillingsfürst in der Nähe von Rothenburg ob der Tauber. Befriedigt konnte er sich also zurücklehnen und sagen, dass er in "driving distance of the palace" lebt, in dem das Musikvideo von Candice Night geschossen wurde, naja, zumindest die Außenaufnahmen.

Was Onkelchen mit diesem nutzlosen Wissen anfangen wird, ist allerdings noch offen.