Ich und die Meinen

Ich und die Meinen

Herzlich willkommen!

So, das bin ich! Ich bin Kurt Palfi. Ich habe mir gedacht, jetzt muss mal ein neues Foto her. Leider hat Onkelchen ein Nacktfoto von mir hochgeladen. Aber ich sehe doch noch recht proper aus!
Wir (das sind ich, mein missratener Sohn Gianni Dona und Onkelchen, der alles für uns tippt) lästern in diesem Blog über alles, was gerade anfällt: Fußball, Politik, Film und Fernsehen, alles Mögliche. Viel Spaß!

Samstag, 26. März 2011

Mappus ist noch nicht geschlagen!

Selten war in Baden-Württemberg die demokratische Aufbruchstimmung so sehr mit Händen zu greifen wie in diesen Tagen. Denn zum ersten Mal scheint so etwas wie ein Wechsel im Landesparlament möglich. Letzten Umfragen zufolge liegt eine Mehrheit für Rot-Grün (wahrscheinlicher allerdings für Grün-Rot) im Bereich des Möglichen, aber auch die CDU kämpft bis zum letzten Augenblick um jede Wählerstimme.

Heute jedenfalls hatten die Jung-CDUler in der Ellwanger Innenstadt ihren Infostand beim Wochenmarkt schon um 7.30 Uhr besetzt, während von den anderen Parteien nichts zu sehen war. Die wissen also, worum es geht. Schön zu sehen, dass bei den jungen Konservativen noch Zucht und Ordnung herrscht. Selbst Onkelchen, unser alter Salon-Sozi, griff sich zwei orange CDU-Kugelschreiber! Stefan Mappus ist also noch längst nicht besiegt, und wer glaubt, man könne schon die Grün-Rote Republik im bisherigen schwarzgelben Stammland ausrufen, sollte sich besser den folgenden Clip ansehen. Denn Totgesagte leben lange!

Donnerstag, 24. März 2011

Auf Augenhöhe mit Dickschädel Mappus...

... ist Euer Freund Kurt Palfi angekommen! Dieser Face-to-Face-Vergleich zeigt, dass ein über 30 Jahre alter, abgeliebter Steiff-Elefant intelligenter gucken kann als der derzeitige Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg auf seinem Wahlplakat. Ich darf insofern für mich in Anspruch nehmen, ein Symbol für die Werte und Qualitäten zu sein, die wir im Südwesten Deutschlandes so sehr schätzen.
Ich finde außerdem, es wäre an der Zeit, dass diese ganzen doofen Wahlplakate endlich mal verschwinden. Denn eine Augenweide sind die Kandidaten ja alle nicht. Löblich finde ich, dass der Kreisvorsitzende der Jungen Union im Ostalbkreis hier schon mal Hand angelegt hat und ein paar Plakate auf eigene Verantwortung entsorgt hat. Dumm nur, dass es samt und sonders Plakate der politischen Konkurrenz waren (SPD und Linke) und dass er seine Reinemache-Aktion ein paar Tage zu früh hat steigen lassen. Genaueres könnt ihr hier nachlesen.
Insofern darf ich Euch allen also zurufen: Wählt KURT PALFI - für mehr Intelligenz im Landesparlament!

Montag, 21. März 2011

Bach auf Speed

Wer diesen Blog in den letzten Wochen verfolgt hat, könnte zu dem irrigen Schluss kommen, dass wir nur behaupten wollten, früher sei alles besser gewesen. Mitnichten! Vieles ist heute besser als früher, zum Beispiel die Telefone (Onkelchen kann auf seinem Telefon auch Radio hören und fernsehen - klasse Erfindung!) oder die Tatsache, dass Computer heute so unerhört viel leisten und dabei eigentlich sehr preiswert sind. Ich denke, die Apollo-Astronauten wären seinerzeit sehr froh gewesen, wenn sie einfach einen heutigen Laptop mit an Bord hätten nehmen können, anstelle der lahmen Kisten, die es damals gab.



Aber ich schweife ab. Ich wollte eigentlich über Johann Sebastian Bach reden, einen der unumstritten größten Komponisten aller Zeiten. Onkelchen bezeichnet ihn manchmal spöttisch-respektvoll als den Feinmechaniker unter den Musikern, weil seine Werke aus seiner Sicht immer etwas Kleinteiliges, Detailversessenes an sich haben. Und dazu kommt, dass Onkelchen sich an Bach immer mehr gerieben hat als an jedem anderen Komponisten, und das begann schon im Schulchor.
Schuld ist die Bach-Kantate "Sie werden aus Saba alle kommen" (BWV 65), die der Schulchor einmal aufführen sollte. Der ansonsten sehr wackere Studiendirektor, der zu dieser Zeit den Chor leitete, versprach unvorsichtigerweise, diese Kantate "würde euch Spaß machen". Nie wurde ein weiser Pädagoge des Faches Musik schlimmer Lügen gestraft! Denn nie geriet das Einstudieren eines Musikstückes für Onkelchen zu schlimmerer Qual. Es lag unter anderem an der Eigenart des besagten Chorleiters, ein Stück zu Anfang nicht einfach anzusingen, sondern es "durchzudüten", bis man die Intonation vollständig im Griff habe. Durchdüten bedeutet, dass für jede Note nicht der Text, sondern die Silbe "Dü" beziehungsweise "Düt" zu singen sei. Erst später, wenn die Intonation glasklar war und man die Melodie blind konnte, sang man das Stück mit Text.
Wenn man nun wie Onkelchen zwar mit Noten ein bisschen etwas anfangen kann, aber das Notenbild eben nicht von selbst in eine Melodie umsetzen kann, ist das eine schreckliche Tortur – vor allem in jenem Bach-Stück, in dem es zahllose Koloraturen und Melodiebögen gibt. Irgendwann ging man rettungslos verloren, dütete immer nur noch geistlos und verloren vor sich hin, ohne zu wissen, wo auf der Partitur man sich befand. Das ging nicht nur Onkelchen so, sondern auch seinem besten Freund, den der Studiendirektor seinerzeit ebenfalls für den Chor gekeilt hatte. Ratlos summte man das üble Getüte mit und hoffte, bei der Aufführung nicht allzu sehr daneben zu liegen. Die Schulaufführungen waren ja eigentlich nur deshalb interessant, weil man einige der hübscheren Damen abwechslungsweise mal im Abendkleidchen sehen konnte. Als Onkelchen erkannte, dass er den Bach mit der Getüte-Methode nicht würde überqueren können, meldete er sich krankheitsbedingt ab und nahm nicht an der Schulaufführung des Marterteils teil. Tante Dilein war dagegen dabei, allerdings war damals an eine Verheiratung der beiden noch nicht im Entferntesten zu denken!

Jetzt kämpft Onkelchen wieder mit Bach, und zwar mit noch viel schwererer Kost, als es "Sie werden aus Saba alle kommen" jemals gewesen war, nämlich der Johannes-Passion (BWV 245). Diesmal muss Onkelchen nicht mehr tüten, er darf von Anfang an Text singen, er kommt mit den Noten besser klar, es müsste doch alles in Ordnung sein, oder?
Mitnichten. Diesmal hat das Übel zwei Worte: Historische Aufführungspraxis.

Die historische Aufführungspraxis versucht, alte Musik so erklingen zu lassen, wie sie (vermutlich) zu Lebzeiten ihrer Komponisten erklang. Zum Beispiel weiß man anhand alter Instrumente, dass die Intonation zu Bachs Lebzeiten in etwa einen Halbton tiefer lag als heute. Das ist eigentlich ganz in Ordnung (in der Regel säuft man beim Singen immer ein bisschen nach unten ab), aber das zweite Merkmal der historischen (Onkelchen verwendet manchmal auch das Wort hysterischen) Aufführungspraxis ist ein irrwitziges Tempo, als würde man mit 78 Umdrehungen anstatt mit 33 1/3 Umdrehungen singen. Sozusagen Bach auf Speed.

Onkelchen hat zum Beispiel eine wunderschöne Aufnahme der Johannespassion von 1976 mit dem Leipziger Gewandhausorchester und dem Thomanerchor, die von der neumodischen historischen Aufführungspraxis noch gänzlich unbeleckt ist. Alles ist bei dieser Aufnahme dort, wo es sein soll: Dramatik wo es nötig ist, getragene Feierlichkeit am rechtenh Ort. Die historische Aufführungspraxis lässt dagegen alles gefühlt doppelt so schnell ablaufen. Denn angeblich war es wohl zu Bachs Zeiten so! Da uns leider aus Bachs Zeitalter weder eine CD noch ein Tonband mit einer Live-Aufnahme auf uns gekommen ist, ist diese Speedmetal-Version von Bachs Passion wahrscheinlich doch eher ein aktuelles Hirngespinst der Musikwissenschaftler - oder seien wir höflicher: Eine Mode.
Es sei nur daran erinnert, dass der große Dirigent Hans Knappertsbusch den "Parsifal" in Bayreuth immer sehr breit, getragen und langsam dirigierte. Er empfand diese Darbietung eben als richtig. Seine 1962 entstandene Aufnahme des "Parsifal" gilt laut Wikipedia heute noch als die definitive Interpretation dieser Oper.
Als dann Anfang der Siebziger der Franzose Pierre Boulez das Dirigentenpult erklomm, war der Parsifal immer schon 45 Minuten früher zu Ende. Boulez galt als Revolutionär, er verteidigte sich dagegen, er habe nur so dirigiert, wie es die Partitur vorgab. Das Ergebnis: Für Knappertsbuch-Aufnahmen des Parsifal braucht man vier CDs, für die von Boulez dagegen drei. Was die echtere, also werktreuere Interpretation gewesen sein mag, ist letztlich Geschmackssache. Aber ob Bach auf Speed die richtige Interpretation ist, sei hier doch zumindest in Frage gestellt.

Freitag, 11. März 2011

Flirt-Faktor Flugangst

Onkelchen ist ja ein großer Fan der Sitcom "The Big Bang Theory", in der es um die lustigen Ereignisse der Nerd-WG um Leonard und Sheldon und ihre gar nicht so nerdige, aber dafür hübsche Nachbarin Penny geht. Einer der Protagonisten der Show ist der permanent not-geile Howard, der die unmöglichsten Methoden ausprobiert, um an Frauen heranzukommen, und dabei (fast) jedesmal scheitert. Wie er zum Beispiel Google Earth und waghalsige Triangulationsmethoden benutzt und noch eine unbemannte Aufklärungsdrohne der US Air Force umleitet, um die Position des Hauses herauszufinden, in dem sich die Kandidatinnen von "America's Next Topmodel" aufhalten, ist kaum zu beschreiben - man muss es gesehen haben.

Man muss nicht immer einen so hohen Aufwand betreiben. Im Film "About A Boy" besucht der von Hugh Grant gespielte Aufreißer ein Treffen alleinerziehender Mütter mit dem bezeichnenden Namen SPAT - Single Parents Alone Together. Dass das Kürzel SPAT im Englischen so etwas wie "Ausgespuckt" bedeutet, sei hier als Guttenbergsche Fußnote noch drangehängt (Eine Guttenbergsche Fußnote ist eine, deren Inhalt man eigentlich überall nachlesen kann).

Eine dritte Methode, die vom Aufwand her ungefähr zwischen den beiden genannten liegt, hat Onkelchen herausgefunden. Er hat zwar das Anbandelpotenzial nicht selbst erforscht. Er kann sich aber gut vorstellen, dass Menschen, die es "brauchen" (hihi), auf diese Weise zum Erfolg kommen könnten.
Onkelchen hat nämlichen vor mehreren Jahren an einem Flugangst-Seminar teilgenommen. Er war damals in einer sehr klapprigen Boeing 767 der Condor von Kanada nachhause geflogen und musste kurz danach geschäftlich nach Prag fliegen - in einer wahrscheinlich ebenso klapprigen Turboprop-Schüssel einer Ex-Ostblock-Airline. Kein Wunder, dass er psychologische Beratung brauchte.

Vor kurzem stieß Onkelchen beim Aufräumen auf die Mappe, die er bei dem Seminar erhalten hatte. Darin war auch die Teilnehmerliste noch enthalten (Onkelchen schmeißt nichts weg), sogar die Ticketabschnitte für den Abschlussflug waren noch drin. Dabei stieß Onkelchen auf die Tatsache, dass zwei Drittel der insgesamt ca. zwölf Teilnehmer Frauen waren (durchaus auch hübsche). Klar, Frauen gestehen sich tendenziell eher ein, dass sie Flugangst haben - Flugängstliche Männer schütten sich dagegen unmittelbar nach dem Start mit Bloody Marys zu und hoffen, den Flug zu verdösen.

Ein solches Flugangst-Seminar ist emotional eine sehr aufreibende Angelegenheit. Onkelchen fand es zwar unter anderem cool, mal auf dem Cockpitsitz eines Airbus A340 Platz nehmen zu können (der Nerd in ihm!), aber die Gesprächskreise waren sehr anstrengend. Es gibt ja alle möglichen Gründe für Flugangst - Klaustrophobie, Angst vor Kontrollverlust - und diese werden in den Gesprächsrunden nach außen gekehrt. Eine Frau in der damaligen Runde hatte zum Beispiel das Problem, dass sie sogar in Zügen Beklemmungen bekam, und Fliegen ist ja noch die Potenzierung davon. Eine brach bei der Schilderung ihrer Angstzustände sogar in hemmungsloses Schluchzen aus. Onkelchen nervte dagegen den Flugkapitän, der sehr geduldig die technischen Systeme erklärte, mit Horrorgeschichten über vergangene Flugunfälle und versuchte ihn zu überzeugen, dass Fliegen systemisch inhärent unsicher sei. Damit hat er seinen Mit-Flugängstlern zweifellos keinen großen Gefallen getan.

Wäre nun aber Onkelchen nicht der im Grunde gutherzige Nerd, der er nun mal ist, sondern ein Reißwolf mit sexuell unersättlichem Appetit, dann hätte er sich unter den Seminarteilnehmerinnen schadlos halten können. Der emotionale Stress, den die Teilnehmer bei diesem Seminar nun einmal durchlaufen, macht sie verwundbar und sehr verletztlich. Das trifft besonders auf die Zeit vor dem Abschlussflug zu, der stets den Höhepunkt des Flugangstseminars bildet. Das ist die Zeit, in der gerade die Frauen am angreifbarsten sind. Eine war ständig im Handykontakt mit ihrem Lebenspartner, und als dieser endgültig die Geduld verlor und sie anblaffte, sie möge doch endlich in diese Kiste einsteigen, war die Krise natürlich da. Wer hier Mitgefühl heuchelt und als Tröster bereitsteht (wink, wink), hat gute Chancen, bei einer landen zu können (im doppelten Sinne). Das Ganze ist nur teuer - das zweitägige Seminar bei der Lufthansa kostet laut aktuellen Preisen rund 780 Euro!!! Aber es wäre zumindest eine nette Idee für das Drehbuch einer romantischen Komödie.

Onkelchen ist dann doch nicht nach Prag geflogen, er nahm den Zug. Das war auch Mist, denn er konnte in dem engen Liegewagenabteil kein Auge zumachen (immer dieses takkada, takkada, takkada) und beim Grenzübertritt kamen auch noch die tschechischen Grenzer rein - das Schengen-Abkommen bezog Tschechien damals noch nicht mit ein. Später wünschte er sich, er wäre geflogen. Er tut es inzwischen auch gelegentlich immer mal wieder. Bewaffnet mit Schokolade und Lebkuchen. Seiner Meinung nach ist das die beste Medizin gegen Flugangst.