Ich und die Meinen

Ich und die Meinen

Herzlich willkommen!

So, das bin ich! Ich bin Kurt Palfi. Ich habe mir gedacht, jetzt muss mal ein neues Foto her. Leider hat Onkelchen ein Nacktfoto von mir hochgeladen. Aber ich sehe doch noch recht proper aus!
Wir (das sind ich, mein missratener Sohn Gianni Dona und Onkelchen, der alles für uns tippt) lästern in diesem Blog über alles, was gerade anfällt: Fußball, Politik, Film und Fernsehen, alles Mögliche. Viel Spaß!

Freitag, 11. März 2011

Flirt-Faktor Flugangst

Onkelchen ist ja ein großer Fan der Sitcom "The Big Bang Theory", in der es um die lustigen Ereignisse der Nerd-WG um Leonard und Sheldon und ihre gar nicht so nerdige, aber dafür hübsche Nachbarin Penny geht. Einer der Protagonisten der Show ist der permanent not-geile Howard, der die unmöglichsten Methoden ausprobiert, um an Frauen heranzukommen, und dabei (fast) jedesmal scheitert. Wie er zum Beispiel Google Earth und waghalsige Triangulationsmethoden benutzt und noch eine unbemannte Aufklärungsdrohne der US Air Force umleitet, um die Position des Hauses herauszufinden, in dem sich die Kandidatinnen von "America's Next Topmodel" aufhalten, ist kaum zu beschreiben - man muss es gesehen haben.

Man muss nicht immer einen so hohen Aufwand betreiben. Im Film "About A Boy" besucht der von Hugh Grant gespielte Aufreißer ein Treffen alleinerziehender Mütter mit dem bezeichnenden Namen SPAT - Single Parents Alone Together. Dass das Kürzel SPAT im Englischen so etwas wie "Ausgespuckt" bedeutet, sei hier als Guttenbergsche Fußnote noch drangehängt (Eine Guttenbergsche Fußnote ist eine, deren Inhalt man eigentlich überall nachlesen kann).

Eine dritte Methode, die vom Aufwand her ungefähr zwischen den beiden genannten liegt, hat Onkelchen herausgefunden. Er hat zwar das Anbandelpotenzial nicht selbst erforscht. Er kann sich aber gut vorstellen, dass Menschen, die es "brauchen" (hihi), auf diese Weise zum Erfolg kommen könnten.
Onkelchen hat nämlichen vor mehreren Jahren an einem Flugangst-Seminar teilgenommen. Er war damals in einer sehr klapprigen Boeing 767 der Condor von Kanada nachhause geflogen und musste kurz danach geschäftlich nach Prag fliegen - in einer wahrscheinlich ebenso klapprigen Turboprop-Schüssel einer Ex-Ostblock-Airline. Kein Wunder, dass er psychologische Beratung brauchte.

Vor kurzem stieß Onkelchen beim Aufräumen auf die Mappe, die er bei dem Seminar erhalten hatte. Darin war auch die Teilnehmerliste noch enthalten (Onkelchen schmeißt nichts weg), sogar die Ticketabschnitte für den Abschlussflug waren noch drin. Dabei stieß Onkelchen auf die Tatsache, dass zwei Drittel der insgesamt ca. zwölf Teilnehmer Frauen waren (durchaus auch hübsche). Klar, Frauen gestehen sich tendenziell eher ein, dass sie Flugangst haben - Flugängstliche Männer schütten sich dagegen unmittelbar nach dem Start mit Bloody Marys zu und hoffen, den Flug zu verdösen.

Ein solches Flugangst-Seminar ist emotional eine sehr aufreibende Angelegenheit. Onkelchen fand es zwar unter anderem cool, mal auf dem Cockpitsitz eines Airbus A340 Platz nehmen zu können (der Nerd in ihm!), aber die Gesprächskreise waren sehr anstrengend. Es gibt ja alle möglichen Gründe für Flugangst - Klaustrophobie, Angst vor Kontrollverlust - und diese werden in den Gesprächsrunden nach außen gekehrt. Eine Frau in der damaligen Runde hatte zum Beispiel das Problem, dass sie sogar in Zügen Beklemmungen bekam, und Fliegen ist ja noch die Potenzierung davon. Eine brach bei der Schilderung ihrer Angstzustände sogar in hemmungsloses Schluchzen aus. Onkelchen nervte dagegen den Flugkapitän, der sehr geduldig die technischen Systeme erklärte, mit Horrorgeschichten über vergangene Flugunfälle und versuchte ihn zu überzeugen, dass Fliegen systemisch inhärent unsicher sei. Damit hat er seinen Mit-Flugängstlern zweifellos keinen großen Gefallen getan.

Wäre nun aber Onkelchen nicht der im Grunde gutherzige Nerd, der er nun mal ist, sondern ein Reißwolf mit sexuell unersättlichem Appetit, dann hätte er sich unter den Seminarteilnehmerinnen schadlos halten können. Der emotionale Stress, den die Teilnehmer bei diesem Seminar nun einmal durchlaufen, macht sie verwundbar und sehr verletztlich. Das trifft besonders auf die Zeit vor dem Abschlussflug zu, der stets den Höhepunkt des Flugangstseminars bildet. Das ist die Zeit, in der gerade die Frauen am angreifbarsten sind. Eine war ständig im Handykontakt mit ihrem Lebenspartner, und als dieser endgültig die Geduld verlor und sie anblaffte, sie möge doch endlich in diese Kiste einsteigen, war die Krise natürlich da. Wer hier Mitgefühl heuchelt und als Tröster bereitsteht (wink, wink), hat gute Chancen, bei einer landen zu können (im doppelten Sinne). Das Ganze ist nur teuer - das zweitägige Seminar bei der Lufthansa kostet laut aktuellen Preisen rund 780 Euro!!! Aber es wäre zumindest eine nette Idee für das Drehbuch einer romantischen Komödie.

Onkelchen ist dann doch nicht nach Prag geflogen, er nahm den Zug. Das war auch Mist, denn er konnte in dem engen Liegewagenabteil kein Auge zumachen (immer dieses takkada, takkada, takkada) und beim Grenzübertritt kamen auch noch die tschechischen Grenzer rein - das Schengen-Abkommen bezog Tschechien damals noch nicht mit ein. Später wünschte er sich, er wäre geflogen. Er tut es inzwischen auch gelegentlich immer mal wieder. Bewaffnet mit Schokolade und Lebkuchen. Seiner Meinung nach ist das die beste Medizin gegen Flugangst.

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