Ich und die Meinen
Herzlich willkommen!
So, das bin ich! Ich bin Kurt Palfi. Ich habe mir gedacht, jetzt muss mal ein neues Foto her. Leider hat Onkelchen ein Nacktfoto von mir hochgeladen. Aber ich sehe doch noch recht proper aus!
Wir (das sind ich, mein missratener Sohn Gianni Dona und Onkelchen, der alles für uns tippt) lästern in diesem Blog über alles, was gerade anfällt: Fußball, Politik, Film und Fernsehen, alles Mögliche. Viel Spaß!
Wir (das sind ich, mein missratener Sohn Gianni Dona und Onkelchen, der alles für uns tippt) lästern in diesem Blog über alles, was gerade anfällt: Fußball, Politik, Film und Fernsehen, alles Mögliche. Viel Spaß!
Sonntag, 11. März 2012
Onkelchen steigt ins Filmgeschäft ein!
Das hat es noch nicht gegeben! Onkelchen hat einen Dokumentarfilm über das Gospel-Konzertprojekt gemacht, das vergangene Woche in Westhausen stattfand! Hier ist der Trailer, der schon sehr viel Lust auf das endgültige Projekt macht! Aber wie ich Onkelchen kenne, könnte der Trailer auch das einzige Werk sein, das jemals auf die Leinwand oder die Bildschirme kommt...
Sonntag, 26. Februar 2012
Die hübsche dicke junge Frau mit dem Streuselkuchenkoffer
Die hübsche dicke junge Frau mit dem Streuselkuchenkoffer
saß letzten Freitag morgens am Bahnsteig des S-Bahnhofes von Feldkirchen. In
dem Streuselkuchenkoffer, dessen Deckel transparent war, befand sich ein
flacher Streuselkuchen. Wahrscheinlich wollte die hübsche dicke junge Frau den
Kuchen ihren Kolleginnen und Kollegen im
Büro mitbringen. Denn dass die hübsche dicke junge Frau einen Bürojob hatte,
war evident: Ihre Fingernägel waren gepflegt, sie hatte blonde Strähnchen im
glatten schulterlangen Haar. Ein Job, bei dem man sich schmutzig macht, schied
also aus. Nach diesen Kriterien hätte sie könnte natürlich auch Friseurin
gewesen sein können, aber danach sah sie irgendwie nicht aus.
Manch einer könnte jetzt die Wortkombination hübsch, dick
und jung für anstößig halten. Denn ein ungeschriebenes Gesetz unserer
fitnessbesessenen Zeit lautet, dass eine dicke Frau nicht hübsch sein kann und
eine hübsche Frau nicht dick. Das stimmt aber nicht. Wir, das heißt: der
Elefant, der sich diese Zeilen ausdenkt und mein Onkelchen, der sie tippt,
halten diese Gleichung für falsch und töricht. Dicke Mädchen haben nämlich nicht nur schöne
Namen, sondern viele sind auch wirklich schön! Das bestätigte sogar kürzlich der
in Nürnberg geborene Modeschöpfer Stefan Eckert
gegenüber Spiegel Online. Er sagte wörtlich:
„Männer mögen keine dürren
Frauen. Definitiv. Männer lieben Frauen mit weiblichen Formen. Aber die Frauen
kapieren das nicht. Die denken: je dünner, desto besser.“
Der Rest des Interviews war ziemlicher geistiger Dünnpfiff
(vor allem der Teil, in dem es um das Dünn-Sein als Ausdruck einer politischen
Haltung ging), aber die oben genannten
Worte gehören in Marmor gemeißelt und über jedem Modehaus und jeder Boutique montiert.
Man sollte sie auf pausenlos auf die Info-Screens in den U-Bahn-Stationen
projizieren. Die von Feministinnen oft wiederholte These, an dem
Schlankheitswahn seien letztlich nur die Männer schuld, wird damit
eindrucksvoll widerlegt.
Vielleicht kannte unsere hübsche dicke junge Frau mit dem
Streuselkuchenkoffer diese Worte nicht, denn sie sah ein bisschen traurig aus,
als sie auf die S-Bahn wartete. Vielleicht mochte sie ihre Kolleginnen und
Kollegen nicht so gern, vielleicht stand ihr auch ein unangenehmes
Mitarbeitergespräch bevor, vor dem sie etwas Bammel hatte.
Warum aber erzählen Onkelchen und ich nun diese Geschichte?
Wir könnten ja nun einfach einen Schwank aus dem Leben von Onkelchen und Tante
Dilein erzählen. Aber Onkelchen hält „Die hübsche dicke junge Frau mit dem Streuselkuchenkoffer“
einfach für einen geilen Buch- oder Filmtitel. Die erste Hälfte klingt
nachgerade subversiv (dick und hübsch, das KANN doch nicht zusammengehen!) und
die zweite herrlich verschroben. Das hat ein bisschen was, als hätte man „Das
Mädchen mit den Schwefelhölzern“ und „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster
stieg und verschwand“ miteinander verschraubt. „Die hübsche dicke junge Frau
mit dem Streuselkuchenkoffer“ könnte eine romantische Komödie sein, aber auch
ein Psychothriller, in dem ein Triebtäter die hübsche dicke junge Frau mit dem
Streuselkuchenkoffer verfolgt. Der Titel lässt das offen, und das ist gut!
An eine weitere persönliche Annäherung zwischen Onkelchen
und der hübschen dicken jungen Frau ist in keiner Weise zu denken. Erst einmal ist Onkelchen mit Tante Dilein sehr glücklich. Zweitens kann Onkelchen im nüchternen Zustand keine fremde Frau ansprechen. Deshalb kann er sich ja mit dem kleinen Inder Rajesh Koothrappali aus "The Big Bang Theory" so gut identifizieren. Und last but not least ist es einfach
nicht denkbar, dass jemand anders als Tante Dilein die umfangreichen
Persönlichkeits-Kompatibilitätstests bestehen könnte, die Onkelchen einer potenziellen Partnerin auferlegt. Als erstes müsste sie in der Lage sein, sechs Folgen von „The
Big Bang Theory“ in der Originalsprache anzugucken und an den richtigen Stellen
zu lachen. Als zweites müsste sie bereit und in der Lage sein, zusammen mit
Onkelchen die Stadt Rom in Länge mal Breite mal Höhe zu durchwandern und dabei
seine Vorträge zur römischen Geschichte zu ertragen. Als drittes müsste sie
zusammen mit Onkelchen für einen Tag Dinosaurier buddeln gehen und als Viertes
sollte sie nicht einschlafen, wenn Onkelchen bei einem Candlelight-Dinner beim
Italiener über Vierkernprozessoren doziert.
Der wichtigste Test ist aber der fünfte: Wenn Onkelchen sie
mir vorstellt, darf sie eines nicht tun: Sie darf nicht kreischen: „Oooh wie
süüüüß! Benjamin Blümchen!“
Wenn sie das tut – dann kriegt sie eins in die Fresse.
Samstag, 18. Februar 2012
Sigmund Jähn: Unser Wunschkandidat für die Wahl zum Bundespräsidenten
Sigmund Jähn (*1937) war der erste Deutsche im Weltraum. Daher ist er der geeignete Kandidat, um parteiübergreifend über allen Deutschen zu stehen. Wir alle halten den stets bescheiden gebliebenen Jähn auch charakterlich für die ideale Besetzung des höchsten deutschen Staatsamtes. Nur Tante Dilein nicht: Sie will Klaus Töpfer.
Nachtrag: Natürlich war diese Idee geklaut, und zwar aus "Goodbye, Lenin!"
Mittwoch, 1. Februar 2012
USA: Wahlkampf wie im alten Rom
Der Ausleseprozess der republikanischen Präsidentschaftskandidaten in den USA nähert sich immer mehr dem Niveau von "Deutschland sucht den Superstar" bzw. dem US-Pendant "American Idol" oder – noch treffender – den Dschungelshows auf RTL an. So richtig möchte unsereins mit dem ganzen Theater nichts mehr zu tun haben, man kommt aber nicht daran vorbei. Denn der Gewinner dieser ganzen Vorwahl-Orgie könnte ja möglicherweise im Herbst zum US-Präsidenten gewählt werden, und so ganz egal kann das auch einer Elefanten-WG in einem staubigen Münchner Vorort nicht sein, zumal ja die republikanische Partei in den USA sich den Elefanten als Wappentier erwählt hat (siehe oben).
Onkelchen überrascht es sehr, wie stark schon jetzt diese Vorwahlen vom Gelde bestimmt sind - Mitt Romney war ja schon vor der allerersten Abstimmung in Iowa zum klaren Favoriten gekürt worden, da er von allen Beteiligten die tiefsten Taschen mitbringt. Die Rolle des Geldes in der US-Politik erinnert sehr daran, wie in der römischen Republik Wahlkämpfe betrieben wurden. Denn nur die Superreichen konnten sich im alten Rom den Zugang zu politischen Ämtern leisten. Stimmenkauf war gang und gäbe und galt keineswegs als unfein oder verboten. Wer selbst nicht zu dem Superreichen zählte, musste auf reiche Freunde hoffen. Das prominenteste Beispiel dafür ist Caesar: Der alte Julius stammte zwar aus einer vornehmen Familie, allerdings war diese eher zum verarmten Adel zu zählen. Er borgte sich also Geld beim Immobilienhai Crassus (der Name "Crassus", zu Deutsch "Der Fette" ist hier vielsagend) und wusste genau, dass er sich keine Wahlniederlage leisten konnte. Denn sonst wäre er ruiniert gewesen. Sein Plan war: auf Teufel komm raus Konsul werden und dann als Feldherr die Welt erobern – nicht zuletzt, um sich auch persönlich zu bereichern.
Und ganz wichtig: Wer in Rom seinem Wahlpublikum keine gute Show bot, hatte von vornherein verloren. Die Wahlkampfspots, in denen die Kandidaten ununterbrochen aufeinander eindreschen ("Der hat Zehntausende Bürger entlassen und dafür Sklaven, äääh Chinesen angeheuert!" "Und der seine eigene Frau betrogen, während er seinerseits Konsul, äääh Präsident Clinton wegen dessen Affäre mit dieser Sklavin, äääh Praktikantin drankriegen wollte!"), könnten direkt aus der Siebenhügelstadt stammen. Denn merke auf: Der Wähler will auch unterhalten werden. Deswegen veranstalteten die römischen Politiker im Wahlkampf Gladiatorenspiele. In den USA steigen sie stattdessen selbst für die Live-Debatten in den Ring.
Natürlich ist Geld nicht alles. Wenn es nur danach ginge, hätte Romney die Nominierung bereits sicher und könnte zum eigentlichen Wahlkampf gegen Amtsinhaber Barack Obama übergehen.
Hätte, wäre, könnte. Da gibt es aber halt noch diesen hartnäckigen Pinscher namens Newt Gingrich (genau der, der seine Frau, während der Konsul mit der Sklavin beziehungsweise Praktikantin, Sie wissen schon), der sich um so heftiger in die Wade von Romney verbeißt, je klarer es nach einer Nominierung von Mitt Romney aussieht. Gerade jetzt, nachdem der einstige Gouverneur von Massachusetts (also Romney) aus der Vorwahl in Florida deutlich als Sieger hervorgegangen ist, verkündet Gingrich trotzig: 46 States to go - im übertragenen Sinne: 46 Staaten liegen noch vor uns, es ist noch nichts entschieden.
Ein Grund dafür, warum Gingrich zumindest an seine Chance glauben kann, dem fast sicheren Sieger die Nominierung zu entreißen, ist die Tatsache, dass die Basis der Republikaner selbst mit dem Kandidatenfeld nicht zufrieden ist. Romney musste von Anfang an mit dem Makel leben, ein Kompromisskandidat zu sein, der zu liberal und in seinen politischen Positionen zuwenig beständig ist. Nicht zuletzt ist er rhetorisch limitiert. Bauen kann Romney letztlich nur auf seine Wirtschaftskompetenz, denn er war ja bekanntermaßen nicht immer Berufspolitiker, sondern auch Mitbegründer der Finanzinvestoren-Firma Bain Capital. Aber diese scheinbare Kompetenz kann sich als zweischneidiges Schwert erweisen, denn die Finanzinvestoren - in Deutschland seit Franz Müntefering unter dem Begriff "Heuschrecken" bekannt, werden auch in den USA immer kritischer betrachtet. Und als Mann der sozialen Kälte betrachtet zu werden, kann Romney eigentlich nur schaden. Seine Aussage unmittelbar nach der Florida-Wahl, die ganz armen Mitbürger kümmerten ihn nicht, für die gebe es ja ein soziales Auffangnetz, wird er aller Wahrscheinlichkeit nach noch lange um die Ohren gehauen bekommen.
Die US-Republikaner wissen nicht, was sie wollen, und das ist ihr Problem. Sie wollen Obama schlagen, ihn am liebsten aus dem Weißen Haus jagen, weil er ihrer Meinung nach da nie hingehört hat. Darin sind sie sich noch einig. Dann wird es aber unübersichtlich. Evangelikale Christen misstrauen Romney, weil er Mormone ist. Anderen ist suspekt, dass er in Massachusetts eine Krankenversicherung eingeführt hat, obwohl er gleichzeitig bekannt, den Healthcare-Plan Obamas mit Stumpf und Stiel ausrotten zu wollen, sobald er an der Macht ist. Und wie steht er zur Abtreibung? Auch diese Gretchenfrage der amerikanischen Konservativen kann noch zum Stolperstein für Romney werden.
Newt Gingrich auf der anderen Seite hat sich politisch und menschlich dagegen bereits so oft diskreditiert, dass er es selbst gar nicht mehr mitbekommt. Trotzdem wollen ihn viele rechtsgerichtete Wähler lieber gegen Obama in den Ring steigen sehen. Die Erwartung ist groß: Der im Vergleich zu Romney rhetorisch viel versiertere Gingrich, so ihr feuchter Traum, wird mit Obama bei den Fernsehdebatten "den Boden wischen", so dass von dem immer etwas professoral und von oben herab wirkenden Amtsinhaber nur noch wenig übrig bleiben möge.
Dass Gingrich voraussichtlich zwei Drittel der amerikanischen Wähler verschrecken dürfte, scheint die Konservativen kaum zu stören. Je länger sich daher das schmutzige Duell zwischen den beiden republikanischen Partei"freunden" hinzieht, um so besser für Obama.
Samstag, 28. Januar 2012
Welches Katzerl hätten S' denn gern?
Natürlich sind wir noch alle traurig über den Tod von Tante Dileins Katze Pünktchen und von Elefantenbaby Lola. Aber irgendein kleines Vögelchen hat mir gezwitschert, dass es vielleicht - vielleicht, vielleicht - zumindest bei Tante Dilein bald wieder einen kleinen Stubentiger geben könnte. Es scheint nämlich, dass sich unser Tantchen das Gedicht "Testament einer Katze" von Margaret Trowton zu Herzen nimmt. Einen Ausschnitt daraus (aber nicht das ganze Gedicht, sonst sind hier alle am Flennen) möchte ich hier mal zitieren:
Wenn ich einmal sterbe, dann sag' bitte nicht:
"Nie wieder werde ich ein Tier haben,
der Verlust tut viel zu weh!"
"Nie wieder werde ich ein Tier haben,
der Verlust tut viel zu weh!"
Such Dir eine einsame, ungeliebte Katze aus
und gib' ihr meinen Platz.
Das ist mein Erbe.
und gib' ihr meinen Platz.
Das ist mein Erbe.
Und deshalb hat sich Tante Dilein heute ins Tierheim aufgemacht, um sich ein einsames Kätzchen auszusuchen. Es gibt sogar schon einige Favoriten, wie zum Beispiel den frechen Eddie:
Sonntag, 22. Januar 2012
München ist kein gutes Pflaster für Elefanten
Es war keine gute Woche für uns. Zuerst musste Tante Dilein ihre Katze "Pünktchen" begraben, die, wie sich herausstellte, an einem furchtbaren Darmtumor litt, und dann ist im Münchner Tierpark auch noch das kleine herzige Elefantenbaby Lola gestorben, das erst drei Monate alt war und einen angeborenen Herzfehler hatte.
München ist leider kein gutes Pflaster für uns Elefanten. Innerhalb von gut eineinhalb Jahren ist das schon das zweite Elefantenkind gewesen, das nicht überlebt hat - erst im Juni 2010 ist ja die kleine Jamuna Toni gestorben, die an einer merkwürdigen Knochenkrankheit litt. Und auch wir, Eure Elefanten-WG, leben unter denkbar undankbaren beengten Verhältnissen (siehe Bild). Vielleicht sollten wir Onkelchen mal sagen, dass er, wenn er sich schon eine Bande Elefanten hält, doch eher in eine Erdgeschosswohnung ziehen sollte.
Menschen sind ja manchmal schon komisch. Auf der einen Seite versuchten die Leute vom Münchner Zoo, die kleine Lola durch eine komplizierte Operation zu retten, die noch nie an einem Elefanten versucht worden war, und andererseits nehmen sie uns immer mehr unseres natürlichen Lebensraums weg. Ich kann gut nachvollziehen, dass die Trauer um das kleine süße Elefantenbaby groß ist. Aber es ist irgendwie inkonsequent, dass hier um ein Elefantenkind geflennt wird, das in der Natur eh keine Chance gehabt hätte, während uns natürlich lebenden Elefanten in Asien und Afrika immer mehr die Luft zum Leben abgedrückt wird. Liebe Menschen, wir waren eher da. Und klüger als ihr sind wir Elefanten allemal. Wir verpesten zum Beispiel die Luft nicht, während wir umherziehen.
Aber natürlich kann ich verstehen, dass die Pfleger im Münchner Zoo jetzt sehr traurig sind, und irgendwer muss sich jetzt ja auch um die Elefantenkuh Panang kümmern, die ja nun innerhalb ganz kurzer Zeit zwei Kälber verloren hat (denn auch die kleine Jamuna Toni stammte von ihr). Onkelchen hat mir den Vorschlag gemacht, ich solle mich nachts im Hut und Trenchcoat mit hochgeschlagenem Mantelkragen in den Zoo schleichen und Panang ein bisschen aufheitern, indem ich mal mein Erbgut an sie weitergebe. Ich weiß aber nicht, ob das so gut wäre. Mein missratener Sohn Gianni hält sich ja bekanntermaßen für den besten Fußballspieler seit diesem Argentinier, dessen Name mir jetzt partout nicht einfällt (der hieß so ähnlich wie diese amerikanische Sängerin, die ich auch nicht leiden kann, von der das Stück "Material Girl" stammt). Und mein anderer Sohn Paco schwadroniert immer von Eishockey und möchte nach Kanada auswandern. Ich sollte ihm mal erzählen, wie kalt es dort werden kann. Leider glaubt er mir das Ammenmärchen nicht mehr, dass es in Kanada noch Dinosaurier gäbe. Onkelchen hatte mal vor Jahren in Kanada mitgeholfen, Dinosaurier auszubuddeln (echt wahr!) und dabei auch reichlich Dinosaurierknochen und sogar einen T.-rex-Zahn entdeckt. Er hat davon natürlich Fotos gemacht und gezeigt, da war Paco dann eine Zeit lang sehr still und sehr ehrfürchtig. Denn immer wenn Paco von Kanada sprach, musste Onkelchen ihm die Fotos von dem Zahn zeigen. Mittlerweile scheint er aber gerafft zu haben, dass es auch versteinerte Knochen gibt, die sich über Millionen Jahre lang halten.
Auch Onkelchen hat den Tod von Lola nur schwer weggesteckt. Er bestand darauf, gestern abend das furchtbar langweilige und nichtssagende Eröffnungsspiel der Afrikameisterschaft im Fußball in voller Länge auf Eurosport anzuschauen. So was macht er nur, wenn er sehr bedrückt ist. Wer sich für Details interessiert: Beteiligt waren die Nationalmannschaften von Äquatorialguinea und Libyen, und Äquatorialguinea gewann mit 1:0 durch ein Tor kurz vor Schluss. Immerhin erfuhr unser Wissen noch signifikante Auswölbungen, da wir auf diese Weise erfuhren, dass die Stadt Bata, in der das Spiel stattfand, die Hauptstadt von Äquatorialguinea ist. Der zweite Gastgeber des Turniers ist übrigens das Land Gabun, dessen fußballerische Fähigkeiten durch die epochale Kurzgeschichte "Freddie Ljungberg geht es nicht gut" des 11-Freunde-Redakteurs Jens Kirschneck gewürdigt wurden. Aus Respekt vor dem Urheberrecht werde ich die Geschichte hier nicht wiedergeben, wer sie im Netz sucht, sollte aber mal nach der Zeichenkette "Noch kein Knospenknall in Bloemfontein" googeln. Um es mal auf Englisch zu sagen, weil es keinen adäquaten deutschen Ausdruck dafür gibt: You're in for a treat.
Ich bin jetzt auf der Suche nach einem Trenchcoat, der groß genug für mich ist. Es gibt hier in München eine Elefantendame, die unbedingt getröstet werden muss.
Sonntag, 8. Januar 2012
Ein Zeitalter geht zu Ende: Das letzte Kotelett der Metzgerei Butschek

Das neue Jahr beginnt schon mal mit einer Hiobsbotschaft: Die Metzgerei Butschek in Westhausen schloss ihre Pforten für immer. Deswegen war es für Onkelchen und Tante Dilein eine Selbstverständlichkeit, das neue Jahr mit einem der letzten Koteletts aus dem Hause Butschek zu begehen. Es war wie immer sehr saftig und gut, aber verständlicherweise mischte sich in den Genuss des Koteletts auch ein bisschen Wehmut.
Wie es oft der Fall ist, geht mit dem Ende der Metzgerei Butschek auch viel Wissen um die Wurstzubereitung verloren. Nie wieder wird es bei dem Kauf von weißem Schwartenmagen die Rückfrage geben "mit Essig oder ohne Essig?". Wieder einmal weicht ehrbares Fleischerhandwerk der stromlinienförmigen Formfleischproduktion. Das kann eigentlich niemand wollen - niemand bis auf die Verfasser zunehmend sinnfreier Lebensmittelverordnungen in Brüssel.
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