Ich und die Meinen

Ich und die Meinen

Herzlich willkommen!

So, das bin ich! Ich bin Kurt Palfi. Ich habe mir gedacht, jetzt muss mal ein neues Foto her. Leider hat Onkelchen ein Nacktfoto von mir hochgeladen. Aber ich sehe doch noch recht proper aus!
Wir (das sind ich, mein missratener Sohn Gianni Dona und Onkelchen, der alles für uns tippt) lästern in diesem Blog über alles, was gerade anfällt: Fußball, Politik, Film und Fernsehen, alles Mögliche. Viel Spaß!

Dienstag, 9. Februar 2016

Karnevalistische Gelehrsamkeit: Wat is‘ eine Gumpe?



Onkelchen und der Karneval – das war noch nie eine Liebesbeziehung. Bis auf die acht Monate, die er Ende der neunziger Jahre in Köln verbrachte, hat er praktisch nie freiwillig an einer Karnevalsveranstaltung teilgenommen. Dennoch ist er gerne bereit, die Karnevalisten und Faschingsanhänger an seinem Wissensschatz teilhaben zu lassen.

Diesmal geht es um die Frage, die der aus dem „Pott“ stammende Lateinlehrer Alfred P. einst stellte. Alfred fragte damals, warum der Donnerstag vor Aschermittwoch, der in anderen deutschen Landstrichen „Weiberfastnacht“ oder im Kölschen „Wieverfastelovend“ heißt, im Schwäbischen als „Gumpendonnerstag“ bekannt ist. In unnachahmlichem Slang stellte Alfred damals die Gretchenfrage: „Wat is‘ eine Gumpe?“ Ganz offensichtlich vermeinte er, mit „Gumpe“ sei ein lokaler Ausdruck für „altes Weib“ gemeint.

Hier irrte der Latein-Pädagoge, den Tante Dilein sowieso nie leiden konnte, weil sie immer Alfreds schlechte Laune abkriegte. Der Liebhaber des klassischen Idioms erwies sich, was germanische Sprachen betraf, als ganz offensichtlich schlecht informiert

Onkelchen konnte die Frage damals auch nicht aus dem Effeff beantworten. Später aber fand er die Antwort darauf in einer der ungewöhnlichsten Quellen, die man sich vorstellen kann. Und hier zeigte sich man wieder Onkelchens rares Talent, Querverbindungen zwischen abseitigen Wissensgebieten herzustellen. Onkelchen las nämlich eines Tages den „Abenteurlichen Simplicissimus Teutsch“ des Barockschriftstellers Grimmelshausen. Und dort fand er eine Stelle, an dem es hieß „sie gumpten“.

Das Wort wurde im Sinne von „hüpfen, springen, tanzen“ benutzt. Die „Gumpe“, gibt es also nicht, „gumpen“ ist vielmehr ein Tätigkeitswort, das – wie gesagt – „hüpfen, springen, tanzen“ bedeutet (die Verwandtschaft zum englischen Verb to jump drängt sich nachgerade mit dem Holzhammer auf). Der „Gumpendonnerstag“ ist also der Donnerstag, an dem man tanzt, hüpft und in der Gegend herumspringt.

Damit haben wir diese karnevalistische Wissenslücke geschlossen, machen aber eine neue auf. Wir fragen: Warum trug Thomas Geisel, der Oberbürgermeister der Karnevalshochburg Düsseldorf, in seiner Jugend den Spitznamen „Dodo“? Tipps und sachdienliche Hinweise werden gerne entgegengenommen.

Sonntag, 27. Dezember 2015

Vor langer Zeit, in einer weit entfernten Galaxis... oder warum Episode VII Mist war

Die einsame Hochebene von T'Nrify, die Darth Uncel und mir als Rückzugsort dient.

Wir, das heißt, ich und mein Sith-Meister Darth Uncel, hatten uns auf einen einsamen Wüstenplaneten zurückgezogen, um unsere dunklen Pläne zur Beherrschung der Galaxis zu schmieden. Wir strebten danach, uns in den Künsten der dunklen Seite der Macht zu vervollkommnen, so wie es die Regel der Sith seit Jahrtausenden gebietet Es gibt immer zwei, Meister und Schüler, und früher oder später wird der Schüler den Meister verdrängen. Bis jetzt steht Darth Uncel aber immer noch voll im Saft, so dass ich noch keine Chance gefunden habe, den fetten alten Schlunz zu beseitigen. Na ja. Kommt Zeit, kommt Rat.

Eines Tages rief mich mein Meister zu sich und schlug mir vor, den neuen Star-Wars-Film Das Erwachen der Macht anzugucken. Natürlich inkognito. Vielleicht könnte ich dort noch etwas lernen. Ich willigte ein. Unser wüstenhafter Rückzugsort ist aus kultureller Sicht ein bisschen zurückgeblieben, ein bisschen Abwechslung würde uns beiden guttun, dachte ich. Immer bloß Felsbrocken mit Hilfe der Macht durch die Gegend wuchten ist schließlich kein abendfüllendes Programm, und diese doofen Sith-Energieblitze sind denkbar ungeeignet dafür, wenn man sich mal eine Tasse Kaffee heiß machen will, weil die Energie ganz schwer zu dosieren ist. Das ist so ein bisschen wie bei der Heizung im alten VW-Käfer, es gibt nur "an" und "aus".

Wir setzten uns also in einen alten abgeschrammelten TIE-Fighter und brausten durch den Hyperraum in eine ferne Galaxis zum Planeten Erde. Ein ziemlich abgelegenes Bröckchen kosmischer Staub, wenn ihr mich fragt - aber immerhin gibt es dort schon 3-D-Kinos! Wir gingen also hinein und schauten uns den Streifen an. Als der Film vorbei war, war mein Meister sehr nachdenklich. Ich fragte ihn also, was ihn bedrückte.

Ich: Meister, was macht Euch so nachdenklich? 

Darth Uncel: Der Film war ja an einigen Stellen ganz lustig, höhö. Aber aufs Ganze betrachtet fand ich ihn doof. Im Großen und Ganzen war der Streifen eine Reprise der Episode IV. Ich hatte sehr oft das Gefühl, alles schon mal gesehen zu haben. Und es war ein bisschen wie beim Ende des ersten Hobbit-Films: An der Stelle, an der es wirklich interessant wird, bricht der Film ab. Die Prämisse des Streifens - wohin ist Luke Skywalker verschwunden? - ist nichts weiter als ein Red Herring. Als sich am Ende Rey und Luke begegnen, gucken sich die beiden nur wortlos an, und dann: Abspann. 

Und was sollte das mit der Karte? Wir erinnern uns: Am Beginn des Filmes erhält der kugelige Roboter BB-8 von dem Max-von-Sydow-Charakter eine digitale Karte, die den Aufenthaltsort von Luke Skywalker zeigt. Als Rey und Finn dann Han Solo die Karte zeigen, stellt sich heraus, dass es eigentlich nur ein Kartenausschnitt ist, der für sich genommen noch nichts aussagt. Da habe ich mir auch die Frage gestellt: Ja, spinn' ich denn? Wenn jemand die Galaxis Länge mal Höhe mal Breite bereist hat, dann ist es ja wohl Han Solo. Er wird doch sicher im Handschuhfach seines Raumschiffs so etwas wie einen Generalatlas der Galaxie herumliegen haben, mit dem man diesen Kartenausschnitt abgleichen kann! Aber nö. Angeblich hat nur R2D2 den Rest der Karte, und der steckt im Schlafmodus, seit Luke verschwunden ist. Das ist alles ein bisschen billig.

Ich hätte es interessanter gefunden, sich auf die Suche nach Luke zu konzentrieren - quasi als galaxie-weite Schnitzeljagd! Das hätte letztlich auch zum Charakter von Han Solo gepasst. Die militärische Konfrontation mit der ERSTEN ORDNUNG hätte man dann in Episode VIII zeigen können. Stattdessen gab's wieder mal einen Angriff auf einen Todesstern. Gähn.

Ich: Ja, mir ging es genauso! Ich hatte auch das Gefühl, dass ich vieles schon mal irgendwo gesehen hatte. Aber gebt es doch zu: Ihr wart sauer, dass (ACHTUNG! MEGA-SPOILER!) Han Solo den Heldentod sterben musste.

Darth Uncel: Ein bisschen. Ich muss zugeben, dass mir dieser Schurke schon ein bisschen ans Herz gewachsen ist. Man kann durchaus so argumentieren, dass die Love-Story zwischen Han Solo und Leia gewissermaßen das Herz der originalen Trilogie bildete. Wenn man sich dagegen die Episoden I bis III ansieht, dann fehlte darin so ein Charakter wie Han, der an einigen Stellen auch eine gewisse Leichtigkeit in die Geschichte brachte. Vielleicht hatte George Lucas ja so etwas in dieser Richtung mit Jar Jar Binks vor, aber das ging granatenmäßig schief. Dass Han Solo in Episode VII ins Gras beißt, kommt ehrlich gesagt einer Verschwendung eines brillanten Charakters gleich.

Ich: Das Militär der ERSTEN ORDNUNG WIRKTE auch nicht allzu intelligent. Das scheint sich seit den Zeiten des Imperiums nicht geändert zu haben.

Darth Uncel: Guter Punkt, mein Schüler. Egal ob Imperium oder ERSTE ORDNUNG - diese Idioten machen immer wieder denselben Fehler. Man baut eine unglaublich mächtige und scheinbar unbesiegbare Kampfstation auf, und sie wird von den Rebellen zerstört. Dann baut man eine noch größere und mächtigere Kampfstation auf, und sie wird wieder zerstört. Und schließlich wird eine noch gewaltigere Kampfstation in einen Planeten implantiert, die so mächtig ist, dass sie ganze Sonnen anzapfen kann, und dann...

Ich: ... wird sie wieder zerstört. Ja, Meister, ich habe das bemerkt.

Darth Uncel: Eine Definition von Wahnsinn lautet: "Wahnsinn ist, wenn man immer wieder das Gleiche tut, aber andere Resultate erwartet." Das hat irgendeine Sith-Weise vor Tausenden von Jahren mal gesagt. Und denke einfach mal an die Kosten! Eine Kampfstation in einen Planeten einzubetten, ist nicht ohne. Um die nahegelegene Sonne anzapfen zu können, musst du eine Singularität - vulgo auch "Schwarzes Loch" genannt - ins Herz des Planeten implantieren. Gleichzeitig musst du die Gravitation dieser Singularität so eindämmen können, dass nicht der ganze Planet implodiert. Und du musst die eingesammelte Sternenenergie speichern können, ohne dass sie von der im Planeten implantierten Singularität verschluckt wird. 

Kommt noch dazu, dass man diesen Energiestrahl konzentriert abfeuern können muss. Zudem kann dieser Planet, auf dem die Starkiller Base eingerichtet ist, ganz offensichtlich durch den Weltraum reisen. Da müssen gewaltige Motoren am Werk sein, um eine solche Masse anzutreiben. Ein künstlicher Mond als Todesstern ist ja noch einigermaßen vorstellbar, eine in einen Planeten integrierte Kampfstation ist dagegen physikalisch und ingenieurtechnisch eine ungeheure Herausforderung, die ziemlich ins Geld gegangen sein dürfte.

Es geht viel einfacher, einen Planeten auszulöschen. 

Ich: Und wie, mein Meister?

Darth Uncel: Ein Sith-Weiser hat einmal gesagt: Alles, was man braucht, um einen Planeten auszulöschen, ist ein Asteroid von ein paar Kilometern Durchmesser. Man muss ihn nur anschieben, so dass er mit dem betreffenden Planeten kollidiert. Mit so einem Sternenkreuzer der ERSTEN ORDNUNG dürfte das sehr leicht hinzukriegen sein. Das ist viel billiger als ein Todesstern.

Und wenn man es ein bisschen dramatischer haben will, dann gibt es zum Beispiel die "Shadow Planet Killer Cloud" aus Babylon 5. Da es sich bei dem Planetenkiller der Schatten um eine netzartige Struktur handelt, die den zu zerstörenden Planeten komplett einhüllt, ist diese Höllenmaschine viel schwieriger zu vernichten als ein Todesstern aus dem Star-Wars-Universum. Und um dieses Ding zu bekämpfen, reicht es beileibe nicht aus, einfach nur eine dappiche Abluftöffnung zu treffen...



Ich: Und was schließt ihr daraus, mein Meister?

Darth Uncel: Die ERSTE ORDNUNG ist pleite - und idiotisch ist sie auch. Weitere Fortsetzungen sind deshalb höchlich unplausibel.

Ich: Aber es gibt doch noch uns!

Darth Uncel: Gemach, mein Schüler. Unser Tag wird kommen. Kümmere dich erst mal um die Womp-Ratten vor unserer Höhle. Dann sehen wir weiter.

Ich: Ja, mein Meister.

Samstag, 26. Dezember 2015

Auf der dunklen Seite der Macht



Gestern haben Onkelchen (von nun an als Darth Uncel bekannt) und meine Wenigkeit (für Euch ab jetzt Darth Palf, bitte) zusammen den neuen Star-Wars-Film geguckt. Das Ganze war ja sehr fesselnd, hähä. Wir melden uns alsbald von der dunklen Seite der Macht, um Euch unsere Eindrücke zu vermitteln. Also: Stay tuned und möge die Macht mit Euch sein!

Samstag, 3. Oktober 2015

Im Schatten des Oettinger-Lastzugs

Es ist Onkelchens Schicksal, dass er immer wieder auf die Nase fällt. Das hat dazu geführt, dass er sich in seiner eigenen, ganz privaten Sitcom mit der Rolle des sympathischen Losers von nebenan besetzt hat. So ein bisschen wie Homer Simpson oder der Typ aus Family Guy oder der Typ mit den wenigen Haaren in Seinfeld. Mister Ochmonek, der Nachbar der Familie Tanner in Alf. Ihr wisst, was ich für einen Typ meine. Aus diesem Grund hat er ein gesundes Misstrauen entwickelt. Wenn es irgendwann mal wider Erwarten eine Zeitlang gut laufen sollte, vermutet er, dass das Schicksal hinter der nächsten Kurve des Lebensweges eine Betonwand bereit hält, auf die man frontal draufkracht.

Als er letztes Jahr seinen geliebten abgeschrammelten Siebziger-Jahre-Daimler, den er elf Jahre gefahren hatte, nach über 250.000 Kilometern (Benziner!) beim TÜV lassen musste (ausgerechnet bei der Hauptuntersuchung war die Bremsleitung hinten gerissen), überkam ihn aber aus irgendeiner Ecke seines Ichs, die sich noch nicht hundertprozentig mit dem Loser-Dasein abgefunden hatte, dass er nun doch mal angreifen wollte. Er wollte auf der Autobahn auch mal die Überholspur belegen, anstatt immer dem Lastzug von Oettinger-Bier hinterher schleichen zu müssen. Und nach welcher Automarke drängt es die Aufsteiger, all jene jungdynamischen Berater und Vertreter, die die Welt aus den Angeln heben wollen und die die linke Spur für sich gepachtet haben?

Ich will jetzt einen Namen mit vier Buchstaben hören. (Hat da jemand "Opel" gesagt?) Und richtig, Onkelchen wollte auch eines dieser monströsen Autos mit den vier Ringen haben. Das Schicksal schien ihn diesmal allerdings vor einer Dummheit bewahren zu wollen, denn als er mit Tante Dilein bei einem offiziellen Audi-Händler vorbeischaute, wurde er nur ausgelacht. Na ja, reinsetzen durfte er sich schon mal in ein Fahrzeug, aber das war das Äußerste, was ihm der Verkäufer zugestand. Als Onkelchen schüchtern versuchte, bei der Preisdiskussion seine eigenen Vorstellungen anzudeuten, brach der Verkäufer in schallendes Gelächter aus, von dem er sich bis zum Abend nicht mehr erholt haben dürfte.

Trotzig entschloss sich Onkelchen, seinen aus dem automobilen Neolithikum stammenden Daimler, dessen Bremsleitung mittlerweile notdürftig geflickt war, bis ans Ende seiner Tage weiterzufahren. Doch ach, dieser Beschluss war nicht von Dauer, denn ein Autoschieber vom Balkan bot ihm einen gebrauchten A4 mit einem mächtigen TDI-Dieselmotor an. Der Levantiner hob zu einer veritablen Litanei an: "Junger Gebrauchter! Turbo-Direkteinspritzung! Automatik mit Multitronik! Bluetooth!"

Beim Wort "Bluetooth" wurde Onkelchen schwach, denn er wusste ja aus der "Big Bang Theory": Alles ist besser mit Bluetooth. Da ihm der Autoschieber sogar einen günstigen Preis machte, ließ sich Onkelchen auf den Deal ein, sagte seinem Schwabenpfeil Lebewohl und wurde zu einem Herrn der Ringe.

Endlich wähnte sich Onkelchen auf der Sonnenseite des Lebens. Selbst die Bemerkungen seines Papas (86 Jahre, aber geistig noch sehr rege) nach dem Motto, wer einen Mercedes - und sei er noch so alt - gegen einen Audi eintausche, dem sei nicht mehr zu helfen, konnten ihn nicht beeindrucken. Endlich mal konnte er an dem Oettinger-Bierlaster vorbeiziehen und an einigen anderen Lastern auch. Er hatte Spaß.

Dann kam der VW-Abgasskandal.

Eine Internetsuche brachte Onkelchen die Gewissheit, dass sein Audi zu den Modellen gehörte, die den Prüfern mit getrickster Software einen niedrigeren Abgaswert vorgaukelten. Und noch schlimmer: Seinem Turbo droht die Kastration durch ein Update der Schummel-Software, denn die seriöse Tageszeitung "Die Welt" schrieb am 28.9.: "Wer seinen VW nicht drosselt, gefährdet Zulassung". Damit sind natürlich auch die betroffenen Audis gemeint. Im Artikel heißt es: "Denn mit einer Software, die den Schadstoffausstoß begrenzt, verliert das Auto auch an Power. Die Besitzer der Fahrzeuge können sich auf den Standpunkt stellen, einen Pkw mit einer dann geringeren Motorenleistung nicht haben zu wollen."

Jetzt wusste Onkelchen, warum der Autoschieber vom Balkan ihm ein so gutes Angebot gemacht hatte. Der Levantiner musste gewusst haben, dass was im Busch war. Statt Gas geben zu können, würde Onkelchen wieder zu einem Dasein im Schatten des Oettinger-Lasters verdammt sein. Gut, ein absolutes First-World-Problem, aber trotzdem doof. Und sehr enttäuschend, denn zum Schleichen auf der Autobahn kauft man sich alles Mögliche, aber sicher keinen Audi.

Jetzt kann Onkelchen nur noch hoffen, dass die gute Fee Panagiota ihm als Ersatz für seinen Audi eine Reisschüssel aus Japan anschleppt. In seinen feuchten Träumen stellt er es sich schon vor: "Schau mal, das ist dein Traumauto. Honda Civic, Baujahr 2003. Nur 186.000 Kilometer. Ist doch besser als deine alte Rostlaube. Garantiert ohne Schummel-Software." Und Onkelchen würde Panagiota um den Hals fallen und sich einmal im Leben als echter Sieger fühlen.

Mittwoch, 12. August 2015

Ein dringender Appell zum Welt-Elefantentag



Heute melde ich mich mal in eigener Sache. Denn heute ist der Welt-Elefantentag! Das ist mir ein großes und wichtiges Anliegen. Bitte lasst nicht zu, dass wir Elefanten noch weiter gejagt und gewildert werden und unsere Lebensräume weiter eingeschränkt werden! Kauft bitte keine Gegenstände aus Elfenbein, und seien sie auch noch so hübsch. Sorgt dafür, dass wir alle auf diesem Planeten in Einklang mit der Natur leben können. Wir Elefanten und ihr Menschen! Dafür lohnt es sich zu kämpfen.

Es grüßt euch herzlich

Euer Palfi.

Freitag, 7. August 2015

Texas - Onkelchen hält die Welt in Atem!

Texas ist ja einer der Landstriche auf dem Globus, von dem jeder seine ganz speziellen Vorstellungen hat: Cowboyhüte und Cowboystiefel aus Schlangenleder, einsame und verlassene Wüstenstraßen, durch die der heiße Wind die Tumbleweeds treibt. Dallas und Dschei Ahr Ewing! Onkelchen hat seinerseits lange gebraucht, um sich das meckernde Lachen von J.R. anzugewöhnen, und wenn er es heute vorführt, weiß eigentlich keiner mehr so richtig, wer gemeint ist. Glücklicherweise hat sich Onkelchen die anderen Charaktereigenschaften von J.R. nicht angewöhnt, der war ja schon ein ziemlich mieser oder - wie man heute sagen würde - komplexer Typ.

Leider konnte Onkelchen auf seinem Trip nach Austin seine sonst übliche Gewohnheit nicht in die Tat umsetzen, einfach mal trotz aller drängenden Termine in der Stadt herumzustromern. Das liegt daran, dass er einfach zu sehr wie ein Software-Nerd aussieht und ihn die anderen Software-Nerds auf der Konferenz als einen der ihren ansehen. So kam er zum Beispiel mit ein paar Finnen ins Gespräch, die irgend etwas Abgedrehtes im sogenannten Internet of Things entwickeln. Dass er mit denen so einfach in Kontakt kam, muss am vergleichbaren Bauchumfang gelegen haben und an Onkelchens abgeschrammelten Nokia-Lumia-Smartphone liegen, das er ständig mit sich rumschleppt. Vielleicht hatten die Finnen deswegen ja Mitleid mit ihm.

Von den Sehenswürdigkeiten Austins hat Onkelchen also nicht viel mitgekriegt. Gut, die berüchtigten Fledermäuse hat er schwärmen sehen, aber das war nun nicht gerade ein abendfüllendes Programm.


Immerhin war es ihm möglich, zumindest einen Blick auf das Texas State Capitol zu werfen, das bei Nacht feierlich illuminiert war. Den schlauen Texanern ist es damit gelungen, auf ihr Kapitolsgebäude eine Kuppel zu setzen, die die des Kapitols in Washington DC um ein paar Meter überragt. In Texas muss halt alles immer ein bisschen größer sein als im Rest der USA. Dass die Texaner hierfür möglicherweise ein bisschen bei der Kuppel des Pantheons in Paris kopiert haben (wer will, mag auch eine Ähnlichkeit zu den Kuppeln des Berliner Gendarmenmarktes erkennen), wollen wir ihnen hier nicht allzu sehr nachtragen. Kuppeln sehen sich eben immer irgendwie ähnlich. Muss an der Form liegen.


Durchweg erfreulich war das Einkehren in eine Pizzeria, in der es nicht den üblichen Pizza-Hut-Einheitsmampf gab, sondern eine echte gute Pizza mit Ruccola drauf, die auch der zu Unrecht unberühmten Pizzeria "Piazzetta" in Poing bei München zur Ehre gereicht hätte.

Beim Dessert wäre er aber dann beinahe in Schwierigkeiten gekommen, da er der Kellnerin mit den großen Brillengläsern zu erklären versuchte, dass "Tiramisu" zu deutsch "Zieh mich hoch" bedeute, auf Englisch "Pull me up". Dass dies nicht zu Verwicklungen führte, ist vermutlich der Tatsache zu verdanken, dass die Kellnerin nicht so richtig zuhörte, weil sie bald Feierabend machen wollte. So hat Onkelchen zumindest für diesmal gar nicht so viel von Texas mitgekriegt. Macht aber nix. Die schönste Hommage an Texas stammt immer noch von Helge Schneider, und diese wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten.

Dienstag, 4. August 2015

Caramba, Karacho in Texas!

Ein Wolkenkratzer in Austin/Texas. Bei Nacht.

Es ist doch zum Mäusemelken. Kaum haben wir den epischen Urlaub von Onkelchen und Tante Dilein in aller Breite abgehandelt, ist Onkelchen schon wieder irgendwo. Diesmal hat es ihn nach Texas verschlagen, und zwar in die Hauptstadt des Lone-Star-States, nämlich nach Austin. Irgendjemand hat ihn da wieder eingeladen, und pflichtschuldigst hat sich Onkelchen denn auch wieder mal ins Flugzeug gezwängt.

Austin ist nicht nur die Hauptstadt von Texas, sondern auch und insbesondere die Hauptstadt der Live-Musik. Schätzungen zufolge gibt es hier über 250 Bars und Kneipen, in denen, wenn schon nicht täglich, dann doch wenigstens in regelmäßiger Folge Live-Bands auftreten - angeblich vor allem solche, die in Nashville/Tennessee, der Hauptstadt der Country-Musik, inzwischen Auftrittsverbot haben. Aber das ist bestimmt nur ein Gerücht! Onkelchen hat vorhin an der Rezeption auch gefragt, ob es in der  Nähe des Hotels eine Karaoke-Bar gäbe. Karaoke ist nach Onkelchens Definition ja auch eine Form der Live-Musik.

Augenscheinlich hat er sich in den Kopf gesetzt, die völkerverbindende Kraft der Musik einzusetzen, um die Amerikaner mit dem meilenweit unterschätzten Werk des teutonischen Barden Heino zu konfrontieren. Zu diesem Zwecke hat er das schöne Stück "Caramba, Karacho, ein Whisky" einstudiert, weil das seiner Meinung nach so wunderbar nach Texas passt:


Warum das Lied ausgerechnet nach Texas passen soll, wenn in der ersten Strophe eindeutig gesagt wird, dass das Setting eine klitzekleine Hafenbar in - Achtung, jetzt kommt's - Rio de Janeiro ist, konnte mir Onkelchen bisher noch nicht so ganz verklickern. Aber auch sonst gibt es in dem Lied einige Ungereimtheiten. Warum zum Beispiel ist in dem Lied von einem braungebrannten Gaucho die Rede? Die sind ja nun eher typisch für das benachbarte Argentinien. Und welche Bedeutung in der ominösen Liedzeile "und alles ist wieder hin" stecken soll, die den Refrain beschließt, weiß wohl auch nur Heino selbst.

Onkelchen hat dieses Lied in den vergangenen Tagen und Wochen immer wieder geübt. Tante Dilein wusste schon gar nicht mehr, was sie dagegen machen sollte. Wahrscheinlich war es ihr deshalb ganz recht, dass er wieder über den Teich geflogen ist. Soll er doch die Amis mit der ollen Kamelle ärgern.

Die zweite Besonderheit, für die Austin - neben der Sache mit der Live-Musik - bekannt ist, sind die Fledermäuse. Die Stadt liegt an einem Fluss, über den eine Brücke führt, und unter dieser Brücke nisten die Fledermäuse. Manche behaupten, die Zahl gehe in die Millionen.Und jeden Tag im Sommer  brechen die Viecher um acht Uhr abends auf, um Happa-Happa zu suchen. Bei diesem Spektakel gucken jede Menge Leute zu. Vielleicht ist Onkelchen ja diese Woche auch dabei und begleitet das Ganze mit seiner ganz ureigenen Version von Meat Loafs "Bat Out Of Hell". Das kann Onkelchen nämlich auch.Und eine Fledermaus kommt auch drin vor.