Ich und die Meinen
Herzlich willkommen!
So, das bin ich! Ich bin Kurt Palfi. Ich habe mir gedacht, jetzt muss mal ein neues Foto her. Leider hat Onkelchen ein Nacktfoto von mir hochgeladen. Aber ich sehe doch noch recht proper aus!
Wir (das sind ich, mein missratener Sohn Gianni Dona und Onkelchen, der alles für uns tippt) lästern in diesem Blog über alles, was gerade anfällt: Fußball, Politik, Film und Fernsehen, alles Mögliche. Viel Spaß!
Wir (das sind ich, mein missratener Sohn Gianni Dona und Onkelchen, der alles für uns tippt) lästern in diesem Blog über alles, was gerade anfällt: Fußball, Politik, Film und Fernsehen, alles Mögliche. Viel Spaß!
Sonntag, 16. Februar 2014
Eine Frage des Artenschutzes
Keine Frage, die Zeiten sind gefährlich. Nicht nur, weil ich aufgrund meiner Opposition zu Tante Dileins Totalbelauschung immer noch in einem kalten Hotelzimmer in Moskau vor mich hin bibbere. Sondern auch deshalb, weil die Leute immer verrückter werden. Da war zum Beispiel vor ein paar Wochen dieser Typ, der sich eigentlich von Amts wegen dem Tier- und Artenschutz hätte verpflichtet fühlen müssen. Ich hab das doch richtig mitgekriegt, dass der irgendwo im Thüringer Umweltministerium tätig war? Und dieser Typ fährt nach Afrika und knallt einen meiner Artgenossen übern Haufen (OK, technisch gesehen war es kein Artgenosse, denn er war ein Loxodonta africana, während ich die Ehre habe, ein 7,5 Tonnen schwerer Elephas maximus zu sein, aber ihr versteht, was ich meine). Und das nicht mal fachmännisch. Nach allem, was man hört, hat der ein ganzes Magazin auf den armen Elefantenbullen entleert, bis der dann hinüber war. Ich hätte diesem Typen gern mal den Marsch geblasen. Aber da kann man ja echt nicht sicher sein, ob der nicht noch weitere Knarren im Keller hat.
Ja, es ist seltsam. In Deutschland gibt es einen Riesen-Aufschrei, wenn mal einem Juchtenkäfer oder sonstigem Geziefer ein Bein ausgerissen wird, aber genau dieselben Leute finden es dann plötzlich sportlich, im Ausland einen Elefanten zu erlegen. Eine ganz ähnliche Sache ist es, wenn manche Leute total auf ihre Ernährung achten, joggen und ins Fitnessstudio rennen und einen auf Gesundheit machen - ja bloß kein Gramm zu viel und wenn schon, dann bitte alles bio. Und kaum ist es Winter, legen sie sich bäuchlings auf irgendwelche fragilen Gestelle und rutschen mit halsbrecherischem Tempo in einer Eisrinne zu Tal. Da kann so viel passieren! Aber das scheint diese merkwürdigen Zweibeiner, die sich Menschen nennen, nicht zu kümmern. In Sachen des Artenschutzes sind sie zwar in der Theorie firm, aber in der Praxis hapert's dann doch immer wieder.
Törö. Ich werde öfters gefragt, wie es mir in Moskau so geht. Ach, nicht allzu schlecht. Ich habe einen netten Nachbarn, einen jungen Amerikaner mit großer Brille, der wahnsinnig viel über Computer weiß (da könnte Onkelchen tatsächlich noch das eine oder andere lernen). Und immer wieder kommt ein freundlicher Herr namens Wladimir vorbei, der sehr gut Deutsch spricht (er sagt, er war mal längere Zeit beruflich in Dresden). Er hat mich sogar gefragt, ob ich mit zu seiner Privatparty möchte, die seit ein paar Tagen am Schwarzen Meer stattfindet. Da seien viele nette Leute, abends gebe es Eishüpfen mit zarten elfenhaften Damen (das muss ein traditioneller russischer Brauch sein). Ich hab mir das zwar überlegt, dann aber doch nein gesagt. Ich befürchte, dass ich für das Eishüpfen nicht elastisch genug gebaut bin.
Apropos Artenschutz: Auf der roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tiere steht ja schon seit einiger Zeit ein sogenannter Liga-Dino. Und das lässt meinen Onkel sehr leiden. Onkelchen ist nämlich seit er denken kann, ein Fan dieses Liga-Dinos, der auch auf den Namen "HSV" hört. Ich bin mir zwar nicht sicher, wofür HSV steht (Hamburgo-Saurus vutbalicus?). Fest steht aber, dieses Tier namens HSV ist das letzte seiner Art. Und es lebt im Hamburg.
Onkelchen ist, seit er denken kann, ein Freund dieses merkwürdigen Wesens. Und er leidet, weil es diesem Tier so schlecht geht. Noch schlimmer, er gibt sich selber sogar die Schuld für das allmähliche Aussterben des Tieres. Noch bevor ich nach Moskau abgeschoben wurde, hat er mir erzählt, dass er den HSV verflucht hat und dieser Fluch die Krise noch verschlimmert hat. Angeblich soll ihn auf dem Mittleren Ring in München ein großer schwarzer Mercedes mit Hamburger Kennzeichen geschnitten haben. Onkelchen war zunächst sehr erschrocken und dann wütend und dann schrie er dem schwarzen Hamburger S-Klasse-Schlitten hinterher: "Der HSV soll absteigen!" Er bereute es zwar sofort, aber der Fluch war in der Welt und bis jetzt gibt es keinen Schamanen, Priester, Exorzisten oder Wunderrabbi, der dagegen etwas tun konnte. Onkelchen fühlt sich sehr schlecht. Und da der Hamburgo-Saurus vutbalicus gestern sogar das Duell gegen den Tabellenletzten verloren hat, ist das Schicksal des Liga-Dinos definitiv besiegelt.
Es sei denn, Peter Neururer kommt.
Donnerstag, 30. Januar 2014
Tante Dilein weiß alles!
Hallo, meine Lieben! Vielleicht fragt ihr euch ja, warum ihr schon einige Zeit nichts mehr von mir gehört habt. Tja, berechtigte Frage. In den letzten paar Wochen ist eine ganze Menge passiert, was dazu geführt hat, dass ich jetzt in einem zugigen Hotelzimmer in Moskau sitze und mir den Arsch abfriere. Ich werde nämlich politisch verfolgt! Ich bin im Besitz hochbrisanter Informationen, die einige Wände unseres Gemeinwesens zum Wackeln, ach, was sage ich, zum Einsturz bringen werden! Aber Gemach und alles der Reihe nach.
Vor ein paar Wochen war noch alles in Ordnung. Ich hatte gerade ausgiebig gefrühstückt und gebadet und Onkelchen bearbeitete meine Fußnägel mit der Flex. Das mag ich nämlich sehr, weil es so schön kitzelt. Plötzlich kam Tante Dilein ins Zimmer und sagte zu Onkelchen, die Versicherung hätte gezahlt (ihr erinnert euch an seinen kleinen Unfall, der uns bewog, über den Verkauf von Onkelchens Klapperkiste an Panagiota nachzudenken?) und er müsse nun endlich Geld holen. Onkelchen machte nur „Äh, ja“ und schrubbelte weiter mit der Flex über meine Fußnägel. Onkelchen mag seine Fehler haben, aber das schätze ich an ihm: Er fängt erst eine neue Aufgabe an, wenn er die vorhergehende beendet, abgeschlossen, besiegelt und archiviert hat. Mit derlei Bedächtigkeit geriet er an jenem unseligen Samstagvormittagn bei Tante Dilein aber an die Falsche. Sie gab ihm mit allem gebotenen Nachdruck zu verstehen, dass er *jetzt* und zwar *jetzt* Geld holen solle, denn sonst könne sie nichts mehr beim Metzger einkaufen, weil der nämlich sonst zumache.
Onkelchen fügte sich dem Furor. Ich, der ich nun meinem
samstagvormittäglichen Vergnügen enthoben war, dachte allerdings scharf nach.
Wie konnte es sein, dass Tante Dilein über Onkelchens Kontobewegungen besser
Bescheid wusste als Onkelchen selbst?
Ich begann also meine Lauscher und meinen Riecher in den
Wind zu halten und stellte dann entsetzt fest, dass Tante Dilein einen
Spionagerings leitet, gegen den die Leute von der NSA allesamt Waisenknaben
sind. Tante Dilein ist die Chefin einer Organisation namens DSA – das Kürzel
steht für „Dilein Spy Agency“ – die überall das Gras wachsen hört. Kein
Informationsfitzelchen ist vor ihrem Lauschprogramm namens BIG SPHERE sicher. Durch
ihre Funktionen in Gesangverein und Kirchengemeinde ist sie bestens vernetzt
und kriegt alles mit. Sogar Onkelchens mittlerweile 91-jährige Tante wird als
informelle Mitarbeiterin eingespannt, weil sie im Dorf die
Missionszeitschriften austrägt und deshalb alle und jeden kennt. Kein Wunder,
dass Tante Dilein da auch ganz genau weiß, wieviel auf Onkels Konto liegt!
Aber es kommt noch besser – oder schlimmer, je nachdem, wie
man es sehen will. Ich habe nämlich den Verdacht, dass Tante Dilein DIE
ZENTRALE ist.
Ich muss das erklären. Wer so Ende der neunziger Jahre im
Südwesten gelegentlich mal Radio hörte, könnte über eine Comedy-Reihe namens „Taxi
Scharia“ gestolpert sein. Bei der ging es um einen überspannten Yuppie namens
Osterwelle (!), der in das Taxi eines türkischen Taxifahrers namens Ützwurst
(!) einsteigt (Mann, dass das damals im öffentlich-rechtlichen Radio möglich
war!). Dieser Ützwurst hatte allerdings keine Lust, den Osterwelle an seinen
Bestimmungsort zu bringen, sondern weil er ein Fan von Elvis Presley war, fuhr
er stets ins schöne Memphis im US-Bundesstaat Tennessee (Ob sie den Atlantik
per Schiff oder auf dem Luftweg überquerten, blieb uns die Serie allerdings
jedesmal schuldig!).
Bevor Ützwurst allerdings den Motor seines altersschwachen
Mercedes 220 D anwarf, konferierte er häufig mit der Taxizentrale, kurz DIE
ZENTRALE. Das war eine Frauenstimme, die eine Mischung aus Enzyklopädie und
Navi war. Sie wusste alles (und zwar über jeden), wo er sich gerade aufhielt
und warum es zum Beispiel auch in der heutigen Türkei griechische
marmorgefasste Opferstätten gibt. Und entweder ist Tante Dilein DIE ZENTRALE
oder sie hat einen Weg gefunden, DIE ZENTRALE anzuzapfen und für ihre Zwecke
einzusetzen.
Ich wollte bereits die Kanzlerin vor dieser neuen
Gefahr warnen. Aber die hat nur abgewunken und gesagt, dass ihr DIE ZENTRALE
ein neues, garantiert abhörsicheres Handy zur Verfügung gestellt hat. Natürlich
ist dieses Handy abhörsicher. Ich bin mir sicher, dass Tante Dilein unsere
Kanzlerin abhört!
Glücklicherweise hat mich Onkelchen über Lindau – Leipzig –
Lemberg – Leningrad (das heißt zwar jetzt Sankt Petersburg, klingt aber so
besser) rausgeschleust. Und nu sitze ich in Moskau, friere mir den Arsch ab,
und warte, dass ich politisches Asyl bekomme. Der fette Franzose, der den
Obelix gespielt hat, ist mein Nachbar. Wenigstens jemand aus der gleichen
Gewichtsklasse!
Samstag, 11. Januar 2014
Von Hornbrillen und Puffärmeln
Ich weiß nicht, ob es aus diesem Blog bisher klar hervorgegangen ist, aber Onkelchen ist ein eher altmodischer Mensch. Schon seine Körperform hat etwas eher Barockes. Wen wundert es da, dass er über manche aktuellen Trends nur den Kopf zu schütteln vermag. Nicht verstehen kann er zum Beispiel, dass überdimensionierte Hornbrillen für einen Teil der Menschheit heute das ultimative Accessoire darzustellen scheinen. Das hat damit zu tun, dass er schon seit seiner Kindheit Brillenträger ist und die Optiker der damaligen Zeit stets vermeinten, Onkelchen eine große dunkle Hornbrille verpassen zu müssen. Als Onkelchen kleiner war, ließ er sich das ja noch gefallen. Aber später hatte er immer das Gefühl, ihm sitze ein großer dunkler Schmetterling auf der Nase. Schließlich kam eines Tages die Erlösung in Form eines scharf geschossenen Tennisballs auf dem Pausenhof. Die Jungs kickten damals mit Tennisbällen, einer flog Onkelchen direkt ins Gesicht und flugs war die ungeliebte Hornbrille zerdeppert. Fortan setzte Onkelchen auf Brillen mit Metallrahmen, und sein größtes Glück war es, als er vor ein paar Jahren endlich mal eine komplett randlose Brille bekam. Kein blödes Gestänge mehr im Gesicht!
Wenn ich einleitend gesagt habe, Onkelchen sei altmodisch, so muss zusätzlich noch erwähnt werden, dass er bestimmten technischen Neuerungen durchaus aufgeschlossen gegenübersteht. Insofern ist es kein Widerspruch, dass er sich am Ziel seiner Wünsche wähnte, als die optische Technologie so weit entwickelt war, dass sie randlose Brillen in seiner nicht ganz unkomplizierten Gläserstärke anbieten konnte. Onkelchen ist zwar kein Glasbaustein-Typ, aber da er zwei Augen mit ziemlich unterschiedlicher Sehstärke hat, ist das bei randlosen Brillen nicht ganz einfach hinzukriegen. Dass viele Leute trotzdem wieder auf Hornbrillen setzen, ist für ihn, als würde man den CD-Player oder iPod rausschmeißen und gegen ein Grammophon eintauschen, das nur Schellackplatten abspielen kann.
Darüber hinaus ist Onkelchen auch der Meinung, dass sich der technische Fortschritt in den letzten Jahren, nun sagen wir, etwas verzettelt hat. Sehr gerne würde er manche Leute, die zum Beispiel an noch kleineren und leichteren Smartphones arbeiten, am Schlafittchen packen und ihnen sagen: Hör mal her, lass mal deine Armbanduhr mit eingebautem Telefon liegen und mach dich lieber mal an den Fusionsreaktor, das Beamen oder den Warp-Antrieb! Wäre die Welt quasi ein großes Civilization-Spiel und Onkelchen der Chef vom Ganzen, dann würde er den Technologiebaum mal etwas frisieren. Nutzlose Zeitfresser wie Meinraum und Fratzenbuch würde er noch etwas hinausschieben und dafür wie gesagt die Entwicklung des Warp-Antriebs priorisieren. First things first!
Onkelchen ist auch insofern altmodisch, als er alles liebt, was mit Geschichte zu tun hat. Burgen und Ruinen üben eine nachgerade magnetische Anziehungskraft auf ihn aus, genauso wie alte Kirchen, am besten noch mit tiefen und finsteren Grüften. Zudem liebt er Sagen, ganz besonders wenn darin anämische Mägdlein vorkommen, die vor Jahrhunderten ein greuliches Ende gefunden haben und seitdem in Burgen und Schlössern herumspuken. Onkelchen findet das romantisch. Bei vielen Leuten, die glauben, auf der Höhe der Zeit zu sein, dürfte dies allerdings für die eine oder andere hochgezogene Augenbraue sorgen.
Gleichzeitig kommt Onkelchen nicht umhin, bei einigen dieser Leute eine gewisse Geschichtsvergessenheit zu diagnostizieren. Glücklicherweise haben die meisten dieser Leute wenigstens noch ein diffuses Wissen darüber, dass es mal einen Typen namens Hitler gab und dieser nicht unbedingt sympathisch war. Aber abgesehen davon herrscht oft Leere - glücklicherweise nicht immer, aber doch immer öfter.
Anders als mit eklatanter Geschichtsvergessenheit kann es nämlich nicht zu erklären sein, dass zum Beispiel ein Typ zum besten Bond-Darsteller seit Sean Connery hochgejubelt wird, der (ganz besonders im unrasierten Zustand) so aussieht wie ein blonder deutscher U-Boot-Skipper aus dem Zweiten Weltkrieg. Da wäre Bond-Erfinder Ian Fleming ganz bestimmt "not amused" gewesen. Es ist nämlich überliefert, dass Fleming sich seinen Agenten vom Typ her eher wie Cary Grant vorgestellt hat und Sean Connery zuerst für zu proletenhaft hielt. Desmond Llewelyn, der langjährige Darsteller des Major Boothroyd, der bis 1999 aus kaum einem Bondfilm wegzudenken war, soll zudem mal sinngemäß gesagt haben, ausgerechnet Timothy Dalton sei derjenige Darsteller gewesen, der der literarischen Vorlage am nächsten gekommen sei (Onkelchens Favorit ist Roger Moore!).
Nun könnte man natürlich fragen, was es denn bringt, sich in der Geschichte auszukennen. Onkelchen sagt dazu: Wer nicht weiß, woher er kommt, weiß auch nicht, wohin er geht. Und wer nicht aus der Geschichte lernt, der ist gezwungen, sie von neuem zu durchleben. "Historia magistra vitae", sagt er manchmal auch noch. Und grinst dabei.
Die aktuelle Geschichtsvergessenheit hat aber auch damit zu tun, dass sogenannte historische Dokumentationen im TV kaum mehr gesichertes Wissen von Archäologen und Historikern vermitteln. Stattdessen gibt's in vielen dieser sogenannten Dokus größtenteils Spielszenen zu sehen, in denen Schlüsselmomente der Geschichte nachgestellt werden. Da es sich dabei meist um historische Morde handelt, nehmen sich diese Dokus oft wie "XY ungelöst" mit Puffärmeln aus. Und je weiter das Geschehnis zeitlich zurückliegt, das die angebliche Doku zu vermitteln meint, desto mehr setzen die Produzenten auf solche Spielszenen. Hin und wieder darf natürlich mal ein/e Historiker/in was sagen, aber bloß nicht zu lange und nicht zu viel, der Zuschauer rutscht schon ungeduldig auf dem Sofa herum, bloß schnell weitermachen mit dem Kostümfilm.
Das schafft Probleme. Denn solche Spielszenen suggerieren auch da gesichertes Wissen, wo die Quellenlage möglicherweise nicht ganz so eindeutig ist. Offene Fragen, die es ja gerade bei weit zurückliegenden Ereignissen gibt, werden zugekleistert. Und was dazu kommt: Zum Teil vergreifen sich die Produzenten solcher gespielter historischer Szenen (es lebe der Genitiv!) im Fundus. So war unlängst eine vierteilige Doku über die einflussreiche florentinische Familie der Medici auf Phoenix zu sehen. Das scheint zwar öffentlich-rechtliche Qualität zu garantieren, zeitigt aber gelegentlich auch komische Effekte. Eine Szene zeigte die sogenannte Pazzi-Verschwörung, einen Schlüsselmoment in der Geschichte der Medici. Am Ostersonntag 1478 wollte die konkurrierende Familie Pazzi die beiden Medici-Brüder Lorenzo und Giuliano finsterlings ermeucheln. Bei dem jüngeren Bruder Giuliano klappte das auch, Lorenzo konnte sich retten. Interessant auch, dass der Anschlag zumindest indirekt vom damaligen Papst Sixtus IV. gebilligt worden zu sein schneint, weil der zu diesem Zeitpunkt ziemlich bei den Medici in der Kreide stand.
Was musste nun Onkelchen sehen? An dem Meuchelmord beteiligte sich in der Spielszene auch ein Priester in einem Messgewand, auf das in großen Buchstaben das Christusmonogramm "IHS" gestickt war. Dieses Christusmonogramm wurde allerdings erst im 16. Jahrhundert durch die Jesuitenmission in der Gegenreformation popularisiert. Ein klassisches anachronistisches Eigentor, und das in einer sogenannten Doku! Aber wenn genug Puffärmel zu sehen sind, nimmt es der Zuschauer wohl gelassen hin. O tempora, o mores!
Wie sieht es eigentlich mit Ihrer ganz persönlichen Geschichtsvergessenheit aus? Würden Sie (ohne zu googeln! Eine andere Suchmaschine gilt natürlich auch nicht!) sagen können, wie lang der Siebenjährige Krieg gedauert hat?
(OK, das war leicht! Aber könnten Sie auch die Jahreszahlen angeben, wann der Siebenjährige Krieg begann und wann er endete? Na sehen Sie!)
1756 - 1763
Wenn ich einleitend gesagt habe, Onkelchen sei altmodisch, so muss zusätzlich noch erwähnt werden, dass er bestimmten technischen Neuerungen durchaus aufgeschlossen gegenübersteht. Insofern ist es kein Widerspruch, dass er sich am Ziel seiner Wünsche wähnte, als die optische Technologie so weit entwickelt war, dass sie randlose Brillen in seiner nicht ganz unkomplizierten Gläserstärke anbieten konnte. Onkelchen ist zwar kein Glasbaustein-Typ, aber da er zwei Augen mit ziemlich unterschiedlicher Sehstärke hat, ist das bei randlosen Brillen nicht ganz einfach hinzukriegen. Dass viele Leute trotzdem wieder auf Hornbrillen setzen, ist für ihn, als würde man den CD-Player oder iPod rausschmeißen und gegen ein Grammophon eintauschen, das nur Schellackplatten abspielen kann.
Darüber hinaus ist Onkelchen auch der Meinung, dass sich der technische Fortschritt in den letzten Jahren, nun sagen wir, etwas verzettelt hat. Sehr gerne würde er manche Leute, die zum Beispiel an noch kleineren und leichteren Smartphones arbeiten, am Schlafittchen packen und ihnen sagen: Hör mal her, lass mal deine Armbanduhr mit eingebautem Telefon liegen und mach dich lieber mal an den Fusionsreaktor, das Beamen oder den Warp-Antrieb! Wäre die Welt quasi ein großes Civilization-Spiel und Onkelchen der Chef vom Ganzen, dann würde er den Technologiebaum mal etwas frisieren. Nutzlose Zeitfresser wie Meinraum und Fratzenbuch würde er noch etwas hinausschieben und dafür wie gesagt die Entwicklung des Warp-Antriebs priorisieren. First things first!
Onkelchen ist auch insofern altmodisch, als er alles liebt, was mit Geschichte zu tun hat. Burgen und Ruinen üben eine nachgerade magnetische Anziehungskraft auf ihn aus, genauso wie alte Kirchen, am besten noch mit tiefen und finsteren Grüften. Zudem liebt er Sagen, ganz besonders wenn darin anämische Mägdlein vorkommen, die vor Jahrhunderten ein greuliches Ende gefunden haben und seitdem in Burgen und Schlössern herumspuken. Onkelchen findet das romantisch. Bei vielen Leuten, die glauben, auf der Höhe der Zeit zu sein, dürfte dies allerdings für die eine oder andere hochgezogene Augenbraue sorgen.
Gleichzeitig kommt Onkelchen nicht umhin, bei einigen dieser Leute eine gewisse Geschichtsvergessenheit zu diagnostizieren. Glücklicherweise haben die meisten dieser Leute wenigstens noch ein diffuses Wissen darüber, dass es mal einen Typen namens Hitler gab und dieser nicht unbedingt sympathisch war. Aber abgesehen davon herrscht oft Leere - glücklicherweise nicht immer, aber doch immer öfter.
Anders als mit eklatanter Geschichtsvergessenheit kann es nämlich nicht zu erklären sein, dass zum Beispiel ein Typ zum besten Bond-Darsteller seit Sean Connery hochgejubelt wird, der (ganz besonders im unrasierten Zustand) so aussieht wie ein blonder deutscher U-Boot-Skipper aus dem Zweiten Weltkrieg. Da wäre Bond-Erfinder Ian Fleming ganz bestimmt "not amused" gewesen. Es ist nämlich überliefert, dass Fleming sich seinen Agenten vom Typ her eher wie Cary Grant vorgestellt hat und Sean Connery zuerst für zu proletenhaft hielt. Desmond Llewelyn, der langjährige Darsteller des Major Boothroyd, der bis 1999 aus kaum einem Bondfilm wegzudenken war, soll zudem mal sinngemäß gesagt haben, ausgerechnet Timothy Dalton sei derjenige Darsteller gewesen, der der literarischen Vorlage am nächsten gekommen sei (Onkelchens Favorit ist Roger Moore!).
Nun könnte man natürlich fragen, was es denn bringt, sich in der Geschichte auszukennen. Onkelchen sagt dazu: Wer nicht weiß, woher er kommt, weiß auch nicht, wohin er geht. Und wer nicht aus der Geschichte lernt, der ist gezwungen, sie von neuem zu durchleben. "Historia magistra vitae", sagt er manchmal auch noch. Und grinst dabei.
Die aktuelle Geschichtsvergessenheit hat aber auch damit zu tun, dass sogenannte historische Dokumentationen im TV kaum mehr gesichertes Wissen von Archäologen und Historikern vermitteln. Stattdessen gibt's in vielen dieser sogenannten Dokus größtenteils Spielszenen zu sehen, in denen Schlüsselmomente der Geschichte nachgestellt werden. Da es sich dabei meist um historische Morde handelt, nehmen sich diese Dokus oft wie "XY ungelöst" mit Puffärmeln aus. Und je weiter das Geschehnis zeitlich zurückliegt, das die angebliche Doku zu vermitteln meint, desto mehr setzen die Produzenten auf solche Spielszenen. Hin und wieder darf natürlich mal ein/e Historiker/in was sagen, aber bloß nicht zu lange und nicht zu viel, der Zuschauer rutscht schon ungeduldig auf dem Sofa herum, bloß schnell weitermachen mit dem Kostümfilm.
Das schafft Probleme. Denn solche Spielszenen suggerieren auch da gesichertes Wissen, wo die Quellenlage möglicherweise nicht ganz so eindeutig ist. Offene Fragen, die es ja gerade bei weit zurückliegenden Ereignissen gibt, werden zugekleistert. Und was dazu kommt: Zum Teil vergreifen sich die Produzenten solcher gespielter historischer Szenen (es lebe der Genitiv!) im Fundus. So war unlängst eine vierteilige Doku über die einflussreiche florentinische Familie der Medici auf Phoenix zu sehen. Das scheint zwar öffentlich-rechtliche Qualität zu garantieren, zeitigt aber gelegentlich auch komische Effekte. Eine Szene zeigte die sogenannte Pazzi-Verschwörung, einen Schlüsselmoment in der Geschichte der Medici. Am Ostersonntag 1478 wollte die konkurrierende Familie Pazzi die beiden Medici-Brüder Lorenzo und Giuliano finsterlings ermeucheln. Bei dem jüngeren Bruder Giuliano klappte das auch, Lorenzo konnte sich retten. Interessant auch, dass der Anschlag zumindest indirekt vom damaligen Papst Sixtus IV. gebilligt worden zu sein schneint, weil der zu diesem Zeitpunkt ziemlich bei den Medici in der Kreide stand.
Was musste nun Onkelchen sehen? An dem Meuchelmord beteiligte sich in der Spielszene auch ein Priester in einem Messgewand, auf das in großen Buchstaben das Christusmonogramm "IHS" gestickt war. Dieses Christusmonogramm wurde allerdings erst im 16. Jahrhundert durch die Jesuitenmission in der Gegenreformation popularisiert. Ein klassisches anachronistisches Eigentor, und das in einer sogenannten Doku! Aber wenn genug Puffärmel zu sehen sind, nimmt es der Zuschauer wohl gelassen hin. O tempora, o mores!
Wie sieht es eigentlich mit Ihrer ganz persönlichen Geschichtsvergessenheit aus? Würden Sie (ohne zu googeln! Eine andere Suchmaschine gilt natürlich auch nicht!) sagen können, wie lang der Siebenjährige Krieg gedauert hat?
(OK, das war leicht! Aber könnten Sie auch die Jahreszahlen angeben, wann der Siebenjährige Krieg begann und wann er endete? Na sehen Sie!)
1756 - 1763
Freitag, 3. Januar 2014
Die Liebe in den Zeiten der Borgia
Erst einmal ein herzliches Hallo an alle Freunde. Und willkommen im neuen Jahr 2014! Möge es viele kuriose und schräge Dinge mit sich bringen, denn dann haben wir auch 2014 genug zum Schreiben und Lästern. Nach all den Katastrophen, die Onkelchen und Tante Dilein gegen Ende des alten Jahres heimsuchten, haben sich die Wogen in der Zwischenzeit ein wenig geglättet. Onkelchen hustet sich nach wie vor die Seele aus dem Leib. Gleichzeitig versucht er, im Internet und im Pschyrembel ein Heilmittel gegen Tante Dileins fortschreitende Lungengicht zu finden. Das wird leider dadurch etwas erschwert, dass der Begriff "Lungengicht" in der gesamten medizinischen Fachliteratur nicht bekannt ist. Deswegen verfällt er auf ungewöhnliche Heilmethoden (dazu später mehr), die Tante Dilein aber kategorisch ablehnt.
Im alten Jahr gab es noch ein bisschen Stress zwischen den beiden. Denn da sich beide ein und denselben Fernseher teilen, wird der Kampf um die Programmgestaltung schwierig. Während Tante Dilein Zoo- und Kochsendungen liebt, wollte Onkelchen mal ein paar DVDs einwerfen, um mit seiner ständig wachsenden Spielfilmsammlung Schritt halten zu können. Leider verfällt Onkelchen dabei immer auf Endlosserien wie das himmelweit überschätzte "Game of Thrones". Tante Dilein lehnt es ab, sich auch nur eine Folge dieser TV-Serie reinzupfeifen, weil die Serie ihrer Meinung nach blöd ist und die vielen verschlungenen Figuren und Handlungsstränge zu verwirrend sind, um dem Geschehen folgen zu können. Onkelchen hat natürlich alle verfügbaren Bände der Buchvorlage gelesen und ist so tief in der Materie drin, dass er die weit verzweigte Familiengeschichte der konkurrierenden Familien Stark und Lannister blind hersagen kann. Wenn man ihn fragt, kann er wahrscheinlich sogar die Abfolge der Targaryen-Könige seit ihrer Landnahme in King's Landing aufzählen. Und die merkwürdige Theologie in der Welt von "Game of Thrones" (z.B. alte Götter versus neue Götter) hat er auch zumindest soweit drauf, dass er ein Oberseminar zu diesem Thema halten könnte. Und als letztes Frühjahr die gesamte Fernsehöffentlichkeit der USA davon geschockt wurde, dass bei der Bluthochzeit - dem sogenannten Red Wedding - der hoffnungsvolle Thronerbe Robb Stark samt Gemahlin von den rachsüchtigen Freys hingemeuchelt wurde, winkte er nur ab. Er hatte es bereits 13 Jahre zuvor in der Buchvorlage "Storm of Swords" gelesen. (SPOILER ALERT: Ihr wollt nicht wirklich wissen, was mit Jon Snow am Ende von "Dance with Dragons" passiert, hmmm? Und welches Ende der fiese Kindkönig Joffrey findet? Auch er wird eine Hochzeit nicht überleben, höhö...)
Halten wir also fest: "Game of Thrones" ist nicht nach Tante Dileins Geschmack. Grundsätzlich hat sie aber nichts gegen ein bisschen Mantel-und-Degen-Romantik, nur gut gemacht muss es sein. Also dachte Onkelchen, naja, vielleicht könnte er sie ja mit einem historischen Stoff begeistern, zumal er und Tante Dilein bereits an den Originalschauplätzen dieses spezifischen Historiendramas gewesen sind. Die Rede ist natürlich von den berüchtigten Borgias. Dieser spanisch-italienische Clan hat in den letzten Jahren eine unglaubliche mediale Aufmerksamkeit erfahren. Denn nicht nur eine, sondern gleich zwei konkurrierende TV-Serien über die Intrigen der Borgia wurden quasi zeitgleich produziert. Zum einen die amerikanische Produktion "Die Borgias" mit Jeremy Irons in der Rolle des Papstes Alexander VI. (aka Rodrigo Borgia, siehe Bild oben) und zum anderen eine europäische Serie namens "Borgia", in der der weniger bekannte Schauspieler John Doman die Rolle des berühmt-berüchtigten Papstes übernimmt.
Vor Onkelchens gestrengem Auge fand die amerikanische Variante des Borgia-Stoffes schon einmal keine Gnade, denn mit dem eher hageren Jeremy Irons wurde ein Schauspieler besetzt, der dem bekanntermaßen adipösen Papst Alexander VI. (siehe Bild oben) in keiner Weise ähnlich sieht. Onkelchen konnte sich davon im Juni letzten Jahres auf dem Flug nach Kalifornien überzeugen, denn das Bordunterhaltungssystem der Delta Airlines hatte unter anderem auch ein paar Folgen der "Borgias" vorrätig. Die europäische Produktion "Borgia" bemüht sich da - ich betone hier das Wort bemüht - um einen Tick mehr historische Authentizität. John Doman, obwohl ebenfalls Amerikaner, wirkt als Papst Alexander VI. zumindest optisch etwas glaubwürdiger als Jeremy Irons. Allerdings kommt er in den ersten Folgen der Serie fast schon zu lieb rüber. Und ob der Umbau der Peterskirche tatsächlich die Idee des Borgia-Papstes war (erst sein Erzfeind Giuliano della Rovere alias Julius II. wagte sich an das Monsterprojekt), wie die Serie suggeriert, findet nicht nur Onkelchen sehr zweifelhaft.
Da sich die europäische Serie um etwas mehr Authentizität bemüht (ich betone hier nochmals das Wort bemüht), sind die einzelnen Episoden zum Teil so trocken wie ein historisches Oberseminar (war ja auch zu erwarten, schließlich beteiligte sich das öffentlich-rechtliche ZDF an der Produktion). Zwar werden hin und wieder mal ein blanker Busen oder ein zünftiger Mord eingestreut. Doch diese "Schauwerte" sind so unmotiviert in die ansonsten praktisch nicht vorhandene Handlung eingebaut, dass man sich fragen muss, warum jetzt eine Figur hingerichtet, ermordet oder geschwängert wird. Zudem wirft die Reihe bedenkliche Fragen auf: War der gefürchtete Cesare Borgia in seiner Frühphase wirklich so ein religiöser Eiferer, wie er in der Serie dargestellt wird? Und war Lucrezia Borgia, die femme fatale par excellence, wirklich so eine blöde Kuh? Während ihr Vater Rodrigo Borgia im Konklave zum Papst gewählt wird, liegt sie fieberkrank im Kloster Subiaco. Sie fiebert und ist ständig am Husten, was sie nicht dran hindert, ihre rotblonden Haare lasziv auf dem Krankenbett hin- und herzuwälzen. Glücklicherweise hat das Kloster ein untrügliches Heilmittel vorrätig. Dort wird nämlich die Kopfreliquie der heiligen Petronilla, die angeblich die Tochter des Apostels Petrus gewesen sein soll, aufbewahrt (ein Foto der bizarren Pseudo-Reliquie findet ihr hier). Was natürlich aus historischer Sicht vollkommener Humbug ist. Um nun Lucrezia genesen zu lassen, wird eines Morgens anstatt des Frühstücks die Kopfreliquie der Petronilla ins Krankenzimmer getragen, die die künftige Papsttochter nun küssen muss. Was Lucrezia Borgia auch tut. Das ganze führt zu einer bizarren Persönlichkeitsspaltung: Einerseits hält sich Lucrezia nun selbst für die heilige Petronilla, welche sich der Legende nach lieber köpfen ließ als ihre Jungfräulichkeit zu verlieren. Andererseits hält dies sie nicht davon ab, mit einem hübschen Herrn ein Schäferstündchen hinter Klostermauern abzuhalten. Unglaublich konsequent, nicht wahr?
Daraus kann man zweierlei schließen: Erst einmal ist die Kunst des Drehbuchschreibens ganz offenbar im Niedergang begriffen. Ist ja auch klar - wenn man einen Stoff wie "Borgia" verfilmt und Unsummen für Kostüme, Locations und Dekorationen ausgibt, kann man sich nicht auch noch um so etwas Banales wie einen stimmigen Plot kümmern. Dass es heutzutage mit der Drehbuchlogik nicht mehr weit her ist, sieht man ja auch bei jedem Tatort. Und zum zweiten: Tante Dilein wollte sich nicht von Onkelchen nach Rom karren lassen, um ihrerseits den Kopf der heiligen Petronilla zu küssen. Onkelchen weiß sogar ganz genau, wo der Kopf aufbewahrt wird. Aber Tante Dilein will nicht. Und sie will nicht. Und sie will nicht.
Deshalb muss Onkelchen seine Borgias jetzt ganz tief in der Nacht gucken, wenn Tante Dilein schon schläft.
PS: Wie in jeder Familie gab es sogar bei den Borgias ein schwarzes Schaf. Oder andersrum: Da es in der Borgia-Familie an schwarzen Schafen nur so wimmelt, überrascht es, zur Abwechslung mal ein weißes Schaf zu finden. Francisco Borgia (1510 - 1572), der Urenkel des berüchtigten Papstes, war zunächst Herzog von Gandia in Spanien und trat nach dem Tod seiner Gattin in den Jesuitenorden ein. Dort brachte er es durch Umsicht, Organisationstalent und Frömmigkeit bis zum Ordensgeneral. Anders als seine Vorfahren starb er im Ruf der Heiligkeit und wurde ungefähr hundert Jahre später sogar heiliggesprochen. Kurioserweise haben ich und Onkelchen das Gefühl, dass diesem Herrn in den "Borgia"-Serien keine einzige Sendeminute gewidmet werden wird. Warum eigentlich?
Mittwoch, 1. Januar 2014
Biete Rostlaube, suche DeLorean: Ist Onkelchens Auto ein Fall für Panagiota?
Gegen Ende des alten Jahres häuften sich die Horrormeldungen: Erst wurde Onkelchen krank, dann kam Weihnachten, dann wurde Tante Dilein krank (der Arzt steht vor einem Rätsel, Onkelchen vermutet einen sehr ernsten Fall von Lungengicht, einer bisher eher selten beobachteten Krankheit) und zuletzt verlor Onkelchens Auto das ungleiche Duell gegen einen Kleintransporter. Das Ergebnis dieses Zusammenstoßes kann man oben bewundern. Hinterrücks wurde das brave Auto von neidigem Stahle durchbohrt. Über 10 Jahre hat es Onkelchen treu gedient, und jetzt das. (Immerhin fährt es noch!)
Die bange Frage lautet nun: Neues Jahr - neues Auto? Wobei "neu" natürlich als relativer Begriff zu werten ist. Angesichts von Onkelchens ständig knapper Kasse sind die Optionen dürftig. Aber halt, da gibt es eine gute Fee, die auch in den übelsten automobilen Notlagen zu helfen weiß. Auch die übelsten Schrottmobile wandeln sich wundersam in alltagstaugliche Karossen, wenn Panagiota ihren Zauberstab schwingt. Nun, einen Zauberstab hat die erwähnte gute Fee zwar nicht zu bieten, sondern eher toughes Verhandlungsgeschick, gepaart mit Kulleraugen. Aber wer die VOX-Sendung "Biete Rostlaube, suche Traumauto" kennt, der weiß, dass die Allheilige - so lautet nämlich die wörtliche Übersetzung ihres griechischen Namens - fast immer helfen kann, wenn es darum geht, rechtschaffene Bürger wieder flott zu machen, wenn deren fahrbarer Untersatz das Zeitliche zu segnen droht.
Allerdings wünscht sich Onkelchen im Tausch für seine besternte Rostlaube einen DeLorean, komplett natürlich mit Flux-Kompensator. Diese Nuss dürfte selbst für Panagiota und ihre Hellas-Connection zu hart sein. Aber hey - neues Jahr, neue Chance, nicht wahr?
In diesem Sinne: Frohes Neujahr!
Die bange Frage lautet nun: Neues Jahr - neues Auto? Wobei "neu" natürlich als relativer Begriff zu werten ist. Angesichts von Onkelchens ständig knapper Kasse sind die Optionen dürftig. Aber halt, da gibt es eine gute Fee, die auch in den übelsten automobilen Notlagen zu helfen weiß. Auch die übelsten Schrottmobile wandeln sich wundersam in alltagstaugliche Karossen, wenn Panagiota ihren Zauberstab schwingt. Nun, einen Zauberstab hat die erwähnte gute Fee zwar nicht zu bieten, sondern eher toughes Verhandlungsgeschick, gepaart mit Kulleraugen. Aber wer die VOX-Sendung "Biete Rostlaube, suche Traumauto" kennt, der weiß, dass die Allheilige - so lautet nämlich die wörtliche Übersetzung ihres griechischen Namens - fast immer helfen kann, wenn es darum geht, rechtschaffene Bürger wieder flott zu machen, wenn deren fahrbarer Untersatz das Zeitliche zu segnen droht.
Allerdings wünscht sich Onkelchen im Tausch für seine besternte Rostlaube einen DeLorean, komplett natürlich mit Flux-Kompensator. Diese Nuss dürfte selbst für Panagiota und ihre Hellas-Connection zu hart sein. Aber hey - neues Jahr, neue Chance, nicht wahr?
In diesem Sinne: Frohes Neujahr!
Montag, 23. Dezember 2013
Wie Haydns "Schöpfung" fast zum Weltuntergang geführt hätte
Vor ein paar Wochen hatte Onkelchen ein Konzert mit diesem Chor, zu dem ihn Tante Dilein immer einmal pro Monat hinschleppt. Gegeben wurde die "Schöpfung" von Joseph Haydn, ein monsterartiges Werk, für das neben einem gut gestimmten Chor drei Solisten und ein großes Orchester gebraucht werden. Die "Schöpfung" ist voller grusliger Textstellen, in denen das einmal Gesungene zigmal wiederholt werden muss, damit das Publikum die Chance hat, wenigstens einmal zu verstehen, worum es denn eigentlich geht. Hier ein Ausschnitt:
"...den Morgen grüßt der Lerche frohes Lied,
den Morgen grüßt der Lerche frohes Lied,
und Liebe, und Liebe girrt das zarte Taubenpaar,
girrt das zarte Taubenpaar,
und Liebe, und Liebe
girrt das zarte Taubenpaar, girrt das zarte Taubenpaar.
Auf starkem Fittiche schwinget sich der Adler stolz.
Den Morgen grüßt der Lerche frohes Lied,
und Liebe, und Liebe girrt das zarte Taubenpaar,
girrt das zarte Taubenpaar, und Liebe und Liebe
girrt das zarte Taubenpaar, girrt das zarte Taubenpaar,
das zarte Taubenpaar."
Dass dies alles von einer ebenfalls zarten Sopranistin mit glockenheller Stimme dargeboten wird, macht das Ganze nicht besser, denn die Handlung kommt nicht voran. Irgendwann hat man nun doch das Gefühl, über den Beziehungsstatus des zarten Taubenpaares ausreichend unterrichtet zu sein. Und dennoch girrt es weiter. Der Chor hat in dieser Zeit gar nichts zu tun, steht sich nur die Beine in den Bauch und langweilt sich beziehungsweise hat die Möglichkeit, über die wichtigen Fragen des Lebens nachzudenken, wie zum Beispiel "Was tu ich eigentlich hier? Ich könnte zuhause drei alte Navy-CIS-Folgen auf Kabel 1 gucken, damit wäre meine Zeit besser genutzt." Oder man träumt davon, die girrende und trillernde Sopranistin zu entführen und in ein Baumhaus zu sperren, damit sie dort zirpen und trillern kann. Ganz in der Nähe der Kirche, in der das Konzert stattfand, hatte Onkelchen sogar ein geeignetes Baumhaus entdeckt. Vielleicht kackt das Taubenpaar der Solistin ja dann auch mal auf das Auftrittskleid aus schwarzer Spitze, dann sieht sie mal, wozu so ein verliebtes Taubenpaar fähig ist.
Onkelchen indessen schaffte es, das Konzert zu vergeigen, obwohl er nie in seinem Leben eine Violine angefasst hat. Er erwies sich wieder mal als wahrer Meister im Verpassen von Einsätzen sowie im Über- und Unterschneiden von Tönen. Die Musik, eine ebenso launische wie herzlose Geliebte, hatte mein Onkelchen mal wieder verstoßen. Resultierend daraus nahm er sich resigniert vor, den Gesang an den Nagel zu hängen. Er ist ja ohnehin mehr ein Mann des geschriebenen Wortes. Und so kam ihm nämlich eine Idee für den zweiten Band seiner auf drei Romane angelegten "Alienseeker"-Trilogie. Der Tenorsolist, extra von der Opernbühne eingeflogen, war nämlich ein junger Mann von stattlichem Format.
Onkelchen, über dessen Körpermaße ich mich hier schon mehrmals ausgelassen habe, war im Vergleich dazu richtig schlank! Da Onkelchen und der Tenorsolist beim abschließenden Abendessen in einer griechischen Kneipe Rücken an Rücken saßen, bestand die ernstliche Gefahr einer Krümmung des Raum-Zeit-Kontinuums. Denn so viel Masse, wie sie Onkelchen und der Tenorsolist gemeinsam aufwiesen, kommt eigentlich nur in supermassiven Schwarzen Löchern vor. Der Tenorsolist hatte zwar mehr Masse, Onkelchen dagegen wahrscheinlich sehr viel mehr dunkle Energie.
Und so stand die Welt tatsächlich kurz vor dem Abgrund. Es knirschte merklich im Gebälk des Universums (oder waren es nur die altersschwachen Dielen der Kneipe?), Onkelchen war in Gefahr, von der Masse des Tenorsolisten aufgesaugt zu werden, und das daraus resultierende supermassive Schwarze Loch hätte die Welt mit hoher Wahrscheinlichkeit ohne mit der Wimper zu zucken verschluckt.
Glücklicherweise pennte Onkelchen nach dem Verdauungs-Ouzo ein und kippte dadurch nach vorne, so dass die fatale Vereinigung doch nicht zustande kam. Sonst wäre der gesamte Chor einschließlich Tante Dileins und einschließlich der zarten Sopranistin in einem Schwarzen Loch gefangen gewesen, und Don Anderson, der Held wider Willen aus Onkelchens Alienseeker-Trilogie, hätte heraneilen und den galaktischen Mist wieder aufräumen müssen - und das kurz nachdem er im ersten Band einen über Jahrtausende schwelenden Konflikt zweier Alien-Völker geschlichtet hatte.
So entging die Welt ganz knapp dem durch die "Schöpfung" induzierten Weltuntergang.
Gerade noch mal Glück gehabt.
"...den Morgen grüßt der Lerche frohes Lied,
den Morgen grüßt der Lerche frohes Lied,
und Liebe, und Liebe girrt das zarte Taubenpaar,
girrt das zarte Taubenpaar,
und Liebe, und Liebe
girrt das zarte Taubenpaar, girrt das zarte Taubenpaar.
Auf starkem Fittiche schwinget sich der Adler stolz.
Den Morgen grüßt der Lerche frohes Lied,
und Liebe, und Liebe girrt das zarte Taubenpaar,
girrt das zarte Taubenpaar, und Liebe und Liebe
girrt das zarte Taubenpaar, girrt das zarte Taubenpaar,
das zarte Taubenpaar."
Dass dies alles von einer ebenfalls zarten Sopranistin mit glockenheller Stimme dargeboten wird, macht das Ganze nicht besser, denn die Handlung kommt nicht voran. Irgendwann hat man nun doch das Gefühl, über den Beziehungsstatus des zarten Taubenpaares ausreichend unterrichtet zu sein. Und dennoch girrt es weiter. Der Chor hat in dieser Zeit gar nichts zu tun, steht sich nur die Beine in den Bauch und langweilt sich beziehungsweise hat die Möglichkeit, über die wichtigen Fragen des Lebens nachzudenken, wie zum Beispiel "Was tu ich eigentlich hier? Ich könnte zuhause drei alte Navy-CIS-Folgen auf Kabel 1 gucken, damit wäre meine Zeit besser genutzt." Oder man träumt davon, die girrende und trillernde Sopranistin zu entführen und in ein Baumhaus zu sperren, damit sie dort zirpen und trillern kann. Ganz in der Nähe der Kirche, in der das Konzert stattfand, hatte Onkelchen sogar ein geeignetes Baumhaus entdeckt. Vielleicht kackt das Taubenpaar der Solistin ja dann auch mal auf das Auftrittskleid aus schwarzer Spitze, dann sieht sie mal, wozu so ein verliebtes Taubenpaar fähig ist.
Onkelchen indessen schaffte es, das Konzert zu vergeigen, obwohl er nie in seinem Leben eine Violine angefasst hat. Er erwies sich wieder mal als wahrer Meister im Verpassen von Einsätzen sowie im Über- und Unterschneiden von Tönen. Die Musik, eine ebenso launische wie herzlose Geliebte, hatte mein Onkelchen mal wieder verstoßen. Resultierend daraus nahm er sich resigniert vor, den Gesang an den Nagel zu hängen. Er ist ja ohnehin mehr ein Mann des geschriebenen Wortes. Und so kam ihm nämlich eine Idee für den zweiten Band seiner auf drei Romane angelegten "Alienseeker"-Trilogie. Der Tenorsolist, extra von der Opernbühne eingeflogen, war nämlich ein junger Mann von stattlichem Format.
Onkelchen, über dessen Körpermaße ich mich hier schon mehrmals ausgelassen habe, war im Vergleich dazu richtig schlank! Da Onkelchen und der Tenorsolist beim abschließenden Abendessen in einer griechischen Kneipe Rücken an Rücken saßen, bestand die ernstliche Gefahr einer Krümmung des Raum-Zeit-Kontinuums. Denn so viel Masse, wie sie Onkelchen und der Tenorsolist gemeinsam aufwiesen, kommt eigentlich nur in supermassiven Schwarzen Löchern vor. Der Tenorsolist hatte zwar mehr Masse, Onkelchen dagegen wahrscheinlich sehr viel mehr dunkle Energie.
Und so stand die Welt tatsächlich kurz vor dem Abgrund. Es knirschte merklich im Gebälk des Universums (oder waren es nur die altersschwachen Dielen der Kneipe?), Onkelchen war in Gefahr, von der Masse des Tenorsolisten aufgesaugt zu werden, und das daraus resultierende supermassive Schwarze Loch hätte die Welt mit hoher Wahrscheinlichkeit ohne mit der Wimper zu zucken verschluckt.
Glücklicherweise pennte Onkelchen nach dem Verdauungs-Ouzo ein und kippte dadurch nach vorne, so dass die fatale Vereinigung doch nicht zustande kam. Sonst wäre der gesamte Chor einschließlich Tante Dileins und einschließlich der zarten Sopranistin in einem Schwarzen Loch gefangen gewesen, und Don Anderson, der Held wider Willen aus Onkelchens Alienseeker-Trilogie, hätte heraneilen und den galaktischen Mist wieder aufräumen müssen - und das kurz nachdem er im ersten Band einen über Jahrtausende schwelenden Konflikt zweier Alien-Völker geschlichtet hatte.
So entging die Welt ganz knapp dem durch die "Schöpfung" induzierten Weltuntergang.
Gerade noch mal Glück gehabt.
Dienstag, 17. Dezember 2013
Auf der Insel des Nepps
Tja, liebe Freunde, es ist einige Zeit vergangen, seit wir uns das letzte Mal gemeldet haben. Onkelchen hatte zuletzt sehr viel zu tun und konnte leider nicht zum Tippen abkommandiert werden. Tante Dilein leider auch nicht. Auf diesem Grunde lag dieser Blog zunächst einmal für einige Zeit still. Jetzt aber hat Onkelchen wieder einmal Zeit, da er sich fürchterlich langweilt. Und das kam so:
Da Tante Dilein vor einer beruflichen Veränderung steht (na gut, sie zieht in ein neues Büro), hatte sie sich ausbedungen, vor Weihnachten noch einmal Urlaub zu machen. Eine richtig erholsame Reise sollte es werden, mit Sonne, Meer, gutem Essen und allem, was dazu gehört. Und da hatte Tante Dilein eben vorgeschlagen, in das Hotel "Roca Nivaria" nach Teneriffa zu gehen, einem der schönsten und edelsten Häuser der Insel. Onkelchen hatte darauf eingentlich keine Lust, er salbaderte, dass er viel lieber eine Pilgerfahrt nach Lourdes machen wollte, mit Rosenkranz beten und Lichterprozessionen und solchen Sachen. Tante Dilein wollte das wiederum nicht, und auf dem Kompromissvorschlag, nach Rom zu gehen, ließ sie sich nicht ein. Man kennt Onkelchen ja: Ständig ist er da in den Ruinenfeldern unterwegs, und das Ganze wird dann nur noch durch einen Besuch bei dem wackeren Papste Franziskus gekrönt, von dem Onkelchen ein großer Fan ist.
Onkelchen weiß natürlich, wann er sich Tante Dilein geschlagen geben muß. Und so ist er also am Samstag mit Todesverachtung in ein Flugzeug einer dubiosen Never-Come-Back-Airline gestiegen, die ihn und weitere knapp 200 Leute nach Teneriffa bringen sollte. Jenes Eiland, dessen Beitrag zur Weltgeschichte unter anderem in dem größten Flugzeugunglück aller Zeiten bestand, als nämlich auf dem neblichten Flughafen Teneriffa-Nord zwei Jumbo-Jets ineinander krachten im Jahre 1977. 583 Menschen kamen dabei ums Leben. Onkelchen vergisst so etwas natürlich nicht. Und so hatte er schon beim Start ein ungutes Gefühl, und über dem französischen Zentralmassiv geriet der Flieger natürlich in Turbulenzen. Will sagen, es schüttelte zunächst nur ein bißchen. Onkelchen aber geriet wieder in Panik und lehnte Tante Dileins Angebot, ihn mit ein paar Glückspillen ruhigzustellen, brüsk ab. Stattdessen begann er damit, für alle Passagiere vernehmlich den schmerzhaften Rosenkranz zu beten. Tante Dilein konnte dies natürlich nicht zulassen - es hätte zu einer Massenpanik geführt, wenn Onkelchen da weiter psalmodiert hätte. Schließlich rumpelte es aber so sehr an Bord, dass die Kabinencrew kurzfristig den Service einstellen musste. Onkelchen war nun kurz davor, in Rufe der Art "Wir stürzen ab! Wir werden alle sterben!" auszubrechen. Da beruhigte sich die Luft aber wieder auf wundersame Weise, und ich komme nicht umhin, dieses Wunder Tante Dilein zuzuschreiben.
Teneriffa ist leider eine üble Nepp-Insel. Obwohl beide "All Inclusive" gebucht hatten, gibt es verdächtig viele Schlupflöcher. Ein simpler Eistee ist zum Beispiel nicht im "All Inclusive" enthalten und muss extra bezahlt werden. Der Besuch im Spa-Bereich des Hotels ist zwar kostenlos, alles weitere muss dort aber extra gelöhnt werden, und sei es nur ein Extra-Handtuch. Und dauernd hämmert es irgendwo, ständig sind irgendwelche Hilti-Bohrer zugange, um irgendwelche Löcher zu bohren. Es ist ein Graus. Nun könnte man auf die Idee kommen, warum man denn immer im Hotel bleiben soll, eine Tour rund um die Insel wäre doch bestimmt interessant? Nun, da wird man halt leider in überfüllten Bussen von einem Eck der Insel in ein anderes gekarrt, das dauert schon mal ewig, und dann hat man gerade zwei Stunden, um einen komischen Zoo anzugucken, in dem fast nur kreischende Papageien zu sehen sind. Verzichte dankend. Bei einem früheren Aufenthalt haben Onkelchen und Tante Dilein sogar gegen Aufpreis eine "Backstage-Tour" in diesem Papageien-Zoo gebucht und dabei lauter Wasseraufbereitungsanlagen zu sehen bekommen. Das hätten sie zuhause bei der örtlichen Kläranlage wahrscheinlich billiger haben können. Die einzige spannende Frage, die während der Backstage-Tour aufkam, war, ob die Dame, die die Gruppe durch die Katakomben des Zoos führte, Ende der neunziger Jahre in der zu Recht vergessenen SAT.1-Daily-Soap "Geliebte Schwestern" mitgespielt hatte. Leider ließ sich dies nicht klären.
Onkelchen hat inzwischen schon einige Versuche gestartet, sich auf einem Frachtschiff anheuern zu lassen, um von der Infel herunterzukommen. Bloß weg, und fliegen will er ja nicht mehr. Aber da war doch, da war doch gestern im Hotel ein wunderbares Konzert von zwei einheimischen Musikern, Francisco Presa und Nathaly Tamargo, die das Hotel mit schwermütigen Weifen unterhielten. Eine sehr hübsche Frau übrigens! Und eine wunderbare Stimme hat sie! Ganz das Richtige für Vaters Sohn!
Na dann.)
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